Mehr als 20 Sorten aus Fass und Flasche

Frischgezapftes lockt die Durstigen nach Dudenhofen

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Bier ist nicht gleich Bier - schon gar nicht beim Dudenhöfer Bierfest. Über 20 Sorten Gerstensaft waren am Wochenende auf dem Dalles im Ausschank.

Dudenhofen - Das Dudenhöfer Bierfest zieht ein ebenso durstiges wie feierfreudiges Publikum aus dem ganzen Rodgau an. Zu Hunderten ließen sich die Gäste am Wochenende ihr Frischgezapftes schmecken.

Das Ende der ganz großen Hitzewelle begießen, europäisch feiern, die Auswahl genießen: Das sind drei plausible Motive, zum Dudenhöfer Bierfest zu gehen. Hunderte Besucher fanden am Wochenende wohl noch mehr gute Gründe. Auf jeden Fall gab es schon zur Eröffnung des schäumenden Spektakels am Freitagabend auf dem Dalles am Bürgerhaus kaum noch freie Plätze.

Zum vierten Mal hatten der Männerchor und der Partnerschaftsverein, der die Dudenhöfer Freundschaft mit dem belgischen Nieuwpoort am Leben hält, rund um den Gerstensaft ein Sommer-Vergnügen aufgebaut. Werner Seib, der Ehrenvorsitzende bei den Sängern, und Karl-Heinz Berndt, einer der Motoren der Städtepartnerschaft, erinnern sich noch gut an die Premiere 2012: Eine Radtour an den Bodensee und ein großes Weinfest in Konstanz hatte die beiden Freunde im Jahr zuvor inspiriert, daheim ein neues, ähnliches Format zu testen. Nur nicht mit Reben-, sondern mit Gerstensaft in möglichst breiter Auswahl. Ergebnis war das laut Seib damals erste Bierfest im Kreis Offenbach, das seither alle zwei Jahre im Dudenhöfer Feier-Fahrplan steht.

Superwetter, Superstimmung: Die Macher des Bierfestes und ihre vielen Gäste freuten sich über ein gelungenes Wochenende.

Gepasst habe das Strickmuster auf Anhieb, berichtet Seib, sodass die beiden Gründer und ihre Vereine bei den drei folgenden Auflagen kaum nachsteuern mussten. Breiter geworden ist die Bier-Auswahl: Mehr als 20 Sorten waren laut Bürgermeister Jürgen Hoffmann, der den Schirmherrn gab und den Bieranstich besorgte, diesmal im Ausschank. Neu war diesmal das Keiler-Bier, seit Jahrzehnten gebraut in der Spessartstadt Lohr. Ein paar Neuheiten hatte auch die Brauerei Glaab, Hauptsponsor und bei der Eröffnung vertreten von ihrem Gebietsleiter Oliver Birkholz, wieder mitgebracht. Seit Inbetriebnahme der neuen Brauanlage im September 2015 – laut Inhaber Robert Glaab die Modernste der Republik – setzen die Seligenstädter verstärkt auf Spezialbiere mit ausgeklügelter Rezeptur.

Fantasie beim Brauen beweisen traditionell auch die Belgier. Spezialitäten aus drei Brauereien im Nachbarland hatte Lieferant Willi Gotta diesmal organisiert. Besonders viele Freunde fand das Kirschbier aus einer kleinen, auf Fruchtbiere spezialisierten Brauerei bei Brügge. Dass die Freunde aus Nieuwpoort auch in der Küche ein gutes Händchen haben, wissen treue Bierfestgänger längst: Der belgische Backfisch, den Ronny und Nadine Blomme mit ihren Dudenhöfer Hilfsköchen brutzelten, ist legendär. Mit dem kulinarischen Beiwerk zum Biergenuss hatten die Gastgeber früher öfter experimentiert. Den berühmten Durrehäiwer Käskuche, 2016 auf der Speisekarte, gab es diesmal nicht, dafür Weck und Worscht in festüblichen Varianten, Gyros und am Sonntag das Kuchenbüfett des Frauenchors.

Tolle Stimmung beim Bierfest in Dudenhofen: Bilder

Gefehlt hat heuer auch der kleine Umzug, der sonst das Bierfest einzuleiten pflegt. Weil das Brauereigespann der Glaabsbräu kurzfristig ausfiel, marschierte auch der Musikverein nicht. Musikalisch waren dafür alte Bekannte dabei: Am Freitag füllte die „Lieblingsband“, am Samstag „Soulfever“ den Dalles. Gesungen wurde an beiden Abenden auch, besonders aber am Sonntag: Zum Frühschoppen gaben sich neben dem Dudenhöfer Frauenchor und dem AGV Volkschor der Männergesangverein Münster, der Fleischerchor aus Darmstadt und ein Männerchor aus dem badischen Schriesheim die Ehre. (zrk)

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