Reiterin warnt vor dem giftigen Gewächs

Graukresse im Heu: Pferd in Rodgau eingeschläfert

Elena Heberlein trauert um ihren Wallach
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Elena Heberlein trauert um ihren Wallach. Er musste eingeschläfert werden.

Elena Heberlein hat mehrere Jahre nach einem passenden Pferd gesucht. Die 35-Jährige reitet seit ihrem achten Lebensjahr. Im Juni wurde sie fündig und war glücklich und stolz, den vierjährigen Wallach kaufen und ihr Eigen nennen zu können. Doch ihr Pferd erkrankte, nachdem es Graukresse gefressen hatte. Ende Oktober musste sie das Tier einschläfern lassen.

Rodgau – „Ich kann gar nicht in Worte fassen wie hoch der emotionale Schaden ist, auf diese Weise seinen geliebten Vierbeiner zu verlieren“, erzählt die Reiterin bestürzt. Deswegen will sie nun auf das Thema Graukresse aufmerksam machen und vor allem Reitstallbetreiber davor warnen.

Ihr Pferd war in einem Rodgauer Reitstall untergestellt. Anfang September erkrankte das Tier der Immobilienkauffrau. Erste Krankheitssymptome (Fieber, Lahmheit, angeschwollene Beine) wurden festgestellt, ein Tierarzt behandelte den Wallach. Da sich der Zustand nicht besserte, brachte die Besitzerin ihr Pferd in die Tierklinik nach Hattersheim. Der Verdacht auf Graukresse im Futter (im Heu) wurde erstmalig am 11. September durch die Pferdeklinik in Hattersheim geäußert, nachdem zwei Pferde (insgesamt sollen vier Pferde erkrankt sein, zwei Pferde sollen allerdings durch die Tierklinik Großostheim behandelt worden sein) aus dem gleichen Stall, mit den gleichen Krankheitssymptomen und zudem am gleichen Tag in klinische Behandlung übergeben werden mussten. Daraufhin wurden Heuproben aus den Pferdeboxen untersucht. Als Ergebnis konnte Graukresse in den Proben nachgewiesen werden. Der Vierbeiner befand sich mehrere Wochen in klinischer Behandlung. Weil keine Therapie anschlug und das Tier Schmerzen hatte, sei es am 26. Oktober erlöst worden, erzählt die Zwillingsmama.

Graukresse gibt es noch nicht lange in Deutschland

Der Rodgauer Reiterhofbetreiber, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, setzt sich nun per Anwalt mit seiner ehemaligen Kundin auseinander. Gab es Vorerkrankungen? Was führte letztlich zu der ausweglosen Situation? Die Graukresse sei vor ein paar Jahren in Deutschland eingeschleppt worden, weiß er. „Die Pflanze gibt es noch nicht lange bei uns“, erläutert der Mann.

Der Klimawandel und die trockenen Sommer begünstigten das Wachstum der Graukresse. Durch die erkrankten Pferde alarmiert, hat sich der Reitstallbetreiber schlau gemacht. Ein Fachmann der Landwirschaftskammer habe das Feld inspiziert und die Pflanze ausgemacht, die schwer zu erkennen sei. Jetzt werde dagegen gespritzt. Auch in der Nachbarschaft seien Stallbesitzer nun informiert. (siw)

Die Graukresse

Die Graukresse (Berteroa incana), auch Gewöhnlich-Graukresse genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Graukressen (Berteroa) innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Eurasien und sie ist in Nordamerika ein Neophyt. Auffallend ist die graugrünfilzige Behaarung, eine Anpassung, um Trockenheit zu überstehen. Die Pflanze ist für Menschen ungiftig, aber sowohl frisch als auch im getrockneten Zustand toxisch für Pferde. Der Verzehr von Graukresse kann bei Pferden zu Apathie, Ödemen an den Gliedmaßen, Bewegungsunlust, Steifigkeit, Fieber, Fressunlust, erhöhter Pulsfrequenz und Fehlgeburten führen. Große Mengen können auch den Tod des Pferdes zur Folge haben. Quelle: Wikipedia

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