Mit Gedichten verzaubern

Abiturient Markus Hartmann versucht sich an eigenen Reimen

Markus Hartmann meint: „Sprache ist Magie mit Worten, Gedichte sind die Zaubersprüche, mit denen man Menschen verzaubern kann.“ Foto: Privat
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Markus Hartmann meint: „Sprache ist Magie mit Worten, Gedichte sind die Zaubersprüche, mit denen man Menschen verzaubern kann.“ 

Markus Hartmann macht gerade sein Abitur. Das ist ein wichtiges Ereignis im Leben eines 19-Jährigen. Doch dieses Jahr wird seinen Mitschülern und ihm nicht nur wegen des Schulabschlusses in Erinnerung bleiben, sondern vor allem durch die Corona-Einschränkungen.

Hainhausen – Eine Abi-Feier oder einen Ball können die jungen Leute vergessen. „Wir bekommen unser Abi-Zeugnis ohne Händedruck, das wird schon komisch“, vermutet der Schüler.

Inzwischen vermisst Markus seine Freunde, weil er gern mal wieder etwas Lustiges unternehmen würde. Sonst ist der Teenager viel in seinem Zuhause in Hainhausen. Schließlich hat er in der jüngsten Zeit fürs Abi gepaukt, auch wenn er ein sehr guter Schüler ist. Er sagt: „Andere würden vielleicht sagen, dass ich ein Streber bin, aber das Lernen fällt mir leicht und ich gebe mir Mühe. Wenn ich etwas mache, will ich es richtig machen.“

Seine Leistungskurse an der Ludwig-Geißler-Schule in Hanau sind Chemietechnik und Deutsch. „Ich fahre auf Naturwissenschaften ab, aber Literatur interessiert mich auch“, erzählt der Abiturient. Harry Potter hat ihn begeistert. „Ich finde es toll, wenn man in einer Geschichte gefangen ist und gar nicht mehr raus will.“

Nicht anders geht es ihm mit klassicher Literatur: Goethes Faust hat es ihm angetan. Bei diesem Werk gerät der Schüler regelrecht in Schwärmen. „Die Form, der Reim, das Rhythmische, die Sprache, das Komplexe. Das finde ich fantastisch.“

Die Faszination hat ihn wohl selbst zum Schreiben (mit zwölf hat er ein Buch als Weihnachtsgeschenk für die Eltern geschrieben, in dem sich die Menschheit mit Atomwaffen selbst vernichtet) und letztlich gar zum Dichten gebracht. Markus hat einfach angefangen. Und schreibt immer wieder Gedichte: übers Erwachsenwerden oder den Ostermontag in Corona-Zeiten.

Auch sonst ist der Hobby-Dichter ein eher ungewöhnlicher junger Mann: Er engagiert sich als Messdiener in St. Nikolaus, spielt Trompete im Orchester Zweiklang, mag klassische Musik und Swing. Er weiß, dass seine Interessen nicht gerade typisch sind für sein Alter, aber er kapselt sich nicht ab. Geht auch ins Kino, mag Joggen, Schwimmen und Radeln.

Noch steht für den 19-Jährigen nicht genau fest, ob er an seiner Schule eine einjährige Ausbildung zum chemisch-technischen Assistenten absolviert oder ein Freiwilliges Soziales Jahr macht, bevor er in Frankfurt ein Pharmazie- oder Chemiestudium aufnimmt. „Ich will was studieren, für das ich viel Leidenschaft aufbringen kann.“

VON SIMONE WEIL

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