Junge Handballer der SG Hainhausen basteln Spielfelder im Corona-Lockdown

Handball-Spielszenen in Rodgauer Kinderzimmern

Auch eine Tribüne wurde gleich mitgebaut.
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Auch eine Tribüne wurde gleich mitgebaut.

Training mal anders und coronagerecht: Die Hainhäuser Handballjugend stellt Spielszenen mit Figuren (Playmobil) nach.

Hainhausen - Lego, Playmobil, Lakritze und Gummibärchen: Die Kreativität der Handball-E-Jungen der SG Hainhausen kennt bei der jüngsten Spielfeld-Challenge (Herausforderung) keine Grenzen. Um den Nachwuchs in Zeiten von Corona zu motivieren, greift das E-Jungen-Trainerteam tief in die Trickkiste – mit Erfolg: 16 der 28 Nachwuchshandballer nehmen mit großer Begeisterung an dieser außergewöhnlichen Challenge teil.

„Wir haben Trainingsvideos eingestellt und die Jungs aufgefordert, die Übungen nachzumachen und selbst ein kleines Video zu drehen – die Resonanz war gleich null“, meint Tanja Schäfer. Gemeinsam mit Jennifer Winter, Daniel Unro und Sylvia Elbert trainiert sie mit Unterstützung der beiden Betreuer Leonie Mahr und Maurice Schütz seit Sommer 2020 die acht- bis zehnjährigen Nachwuchshandballer.

„Also mussten wir uns etwas anderes überlegen, wie wir die Jungs beschäftigen“, schmunzelt Tanja Schäfer. Und da kommt dem Trainerteam die Idee mit dem Spielfeldern. „Die Jungs spielen ja mit zwei Systemen, die haben sie auch beide unterschiedlich dargestellt“, lobt Schäfer. Denn der Nachwuchs im Handballkreis Offenbach/Hanau ist im Spielbetrieb in der ersten Hälfte zweimal im Drei gegen Drei und anschließend in der zweiten Hälfte im Sechs gegen Sechs gefordert.

Junge Handballer aus Rodgau sind nicht zu bremsen

„Die Jungs konnten zeigen, was sie noch vom Handball wissen“, erklärt die Trainerin mit Blick auf die Spielfeld-Challenge. Und die Hainhäuser Rasselbande ist nicht zu bremsen: Mit Legosteinen werden die Spielfelder angelegt: Tore, Wurfkreis, Mittelkreis und Außenlinien. Lego- und Playmobilfiguren eignen sich nicht nur als Spieler, sondern auch als Zuschauer. In der Nasch-Schublade findet sich noch eine Tüte Gummibärchen – auch deren Inhalt eignet sich bestens als Spieler. Und notfalls wird die Mama Einkaufen geschickt, um eine Tüte Lakritz zu besorgen.

Mit einer ausgerollten Lakritzschnecke lässt sich prima eine Außenlinie basteln – und anschließend auffuttern. Anzeige- und Werbetafeln, Getränkekiste und Auswechselbank dürfen nicht fehlen. „Wir sind begeistert“, freuen sich Tanja Schäfer und ihr Team über die Kreativität der Jungs.

Rund 150 Kinder und Jugendliche tummeln sich derzeit bei den Hainhäuser Handballern – von den Minis bis hoch zur A-Jugend.

Die 28 Jungs der E-Jugend zu bändigen ist gar nicht so einfach – daher auch das große Trainer- und Betreuerteam. „Und in der kommenden Saison sind es eventuell sogar 32 Spieler“, blickt Tanja Schäfer voraus. Und auch wenn ab Herbst hoffentlich wieder Handball gespielt werden kann – die eine oder andere Challenge werden sich die Trainer auch dann einfallen lassen, um für Abwechslung zu sorgen.

Von Patrick Leonhardt

Lakritz als Baumaterial hat den Vorteil, dass man es hinterher auffuttern kann.
Auch Gummibärchen taugen als Mannschaft.

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