Durch die Corona-Pandemie sind Einnahmen weggebrochen

Heimatmuseum Jügesheim in Not

In der guten Stube des Jügesheimer Heimatmuseums: Inge Fecher (links) und Agnes Werner.
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In der guten Stube des Jügesheimer Heimatmuseums: Inge Fecher (links) und Agnes Werner.

Vor einer unsicheren Zukunft steht das Heimatmuseum im Rodgauer Stadtteil Jügesheim. Das hat zwei Gründe. Durch die Corona-Pandemie ist ein wesentlicher Teil der Einnahmen weggebrochen. Zwei Todesfälle haben Lücken in den ehrenamtlichen Vorstand gerissen.

Jügesheim – In den Tagen der Pandemie hat die Einschränkung des öffentlichen Lebens vielen Vereinen zugesetzt. Veranstaltungen mit Einnahmen aus Eintrittsgeldern und dem Verkauf von Speisen und Getränken waren zuvor wichtige Finanzierungsquellen. Besonders hart traf es den Heimatverein Jügesheim. Am ersten Sonntag eines Monats standen die Türen des Museums für Heimat- und Erdgeschichte offen. Vorwiegend Senioren kamen auf eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen vorbei. Für Giesemer gehörte es zum guten Ton, zu Beginn des Monats auf einen Plausch vorbeizuschauen.

„Seit März vergangenen Jahres fehlen uns diese Einnahmen“, zeigt sich Huguette Spahn besorgt. Denn die monatlichen Ausgaben laufen weiter, die Miete drückt. Die 2. Vorsitzende Inge Fecher denkt weiter: „Wenn nicht ein Wunder geschieht, müssen wir schließen.“

Zwar war der Klub Anfang 2018 sehr glücklich, nach der Kündigung des Mietvertrages im alten Schwesternhaus zügig mit den Museumsexponaten in der Vordergasse 59 unterzukommen. Doch müssen zunächst mal die Mieteinnahmen reinkommen. Die Mitgliederbeiträge und die städtische Vereinsförderung decken diese Kosten nicht.

In einem Gespräch mit Vorstandsmitgliedern und Vertretern der Interessengemeinschaft der Ortsvereine (Igemo) machte sich trotz der angespannten Situation Aufbruchstimmung breit. Die Probleme werden angepackt. Die Suche nach weiteren Einnahmequellen steht auf der Prioritätenliste ganz oben. So braucht die Gruppe der Heimatfreunde dringend neue Mitglieder. Der Saldo auf dem Vereinskonto könnte sich somit etwas entspannen und die Vereinsförderung würde auch höher ausfallen.

Der Appell geht an jede heimatverbundene Jügesheimerin und jeden Jügesheimer, sich zumindest als passives Mitglied listen zu lassen. 30 Euro sind es pro Kopf; die Familienmitgliedschaft kostet 40 Euro pro Jahr.

In den Reihen des Heimatvereins würden sich die Gesichter aufhellen, wenn Mitglieder Vorstandsverantwortung übernehmen würden. In diesem Jahr muss ein neuer Vorstand gewählt werden. Bisher sind Freiwillige rar gesät, und nach dem Tod des langjährigen Vorsitzenden Josef Herbert Spahn und des Kassierers Berthold Werner fehlen wichtige und erfahrene Köpfe.

Um die Kassensituation etwas zu entspannen, ist geplant, das Heimatmuseum in der Heckel-Passage am Sonntag, 5. September, ab 14 Uhr zu öffnen. Ein Rundgang im Museum soll möglich sein und danach wird zu einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen geladen. Spenden sind gerne gesehen, Quittungen werden ausgestellt. Küchenchefin Agnes Werner freut sich über Kuchenspenden.

Ansprechpartnerin für den Beitritt ist Inge Fecher nach Kontaktaufnahme über die E-Mail-Adresse i.u.t.fecher@t-online.de. Fragen zur Vorstandstätigkeit beantwortet Huguette Spahn unter Telefon 06106 13300. (Von Andreas Pulwey)

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