Rodgauer Bauern wollen Tieren in der Krisenregion helfen

Heu für den Landkreis Ahrweiler

Transportieren Viehfutter ins Krisengebiet: Landwirt Stefan Wolf und Axel Fritsch, Geschäftsführer von „MietService Rodgau“.
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Transportieren Viehfutter ins Krisengebiet: Landwirt Stefan Wolf und Axel Fritsch, Geschäftsführer von „MietService Rodgau“.

Landwirt Stefan Wolf investierte in den vergangenen Tagen viel Zeit und Arbeit in die Mahd seines Grünlands. Die Heuernte kommt aber nicht den Tieren seiner eigenen Stallungen zu Gute. Das Futter ist reserviert für die Nutztiere in den Flutgebieten im Westen der Republik.

Weiskirchen – „Wir kennen landwirtschaftlich ausgebildete Leute vor Ort, die die dortige Situation erkannt haben“, blickt Stefan Wolf in Richtung des Landkreises Ahrweiler. Von dort erreichte der Hilferuf den Rodgauer Landwirt mit dem Ziel, die Tiere in der Krisenregion durchzubringen.

Kurz entschlossen nahm Stefan Wolf den Telefonhörer und meldete sich bei Axel Fritsch. Der Geschäftsführer von „MietService Rodgau“ stand mit seinem Fuhrpark bereit und organisiert seitdem die Logistik für die Lieferungen in den Westen. Axel Fritsch: „Wir helfen, da wir dankbar sind, dass uns das nicht passiert ist.“

Die Menschlichkeit steht für den Unternehmer im Vordergrund. Axel Fritsch fand schnell eine Handvoll ehrenamtlicher Fahrer. Sie alle leisten nun ihren Beitrag, um die Auswirkungen der verheerenden Überschwemmungen zu mindern.

Vergangenen Samstag startete die erste Fahrt mit dem 40-Tonner zu einem Pferdebetrieb in Sinzig-Löhndorf. 34 Ballen Heu und Stroh lud Stefan Wolf mit dem Traktor auf den Sattelschlepper von Axel Fritsch. Vom Mahdgut ernähren sich 40 Pferde etwa eine Woche lang, rechnet Stefan Wolf vor.

Nun stellen sich die Helfenden die Frage: Erreichen die Lieferungen auch tatsächlich die Bedürftigen? „Wir haben vor Ort Landwirte, die die Waren entgegennehmen“, kümmert sich Stefan Wolf um kompetente Abnehmer „Man muss schauen, wo kommt das Material hin, damit denen geholfen wird, bei denen Not herrscht.“

Die Unterstützung geht in den nächsten Wochen weiter. Axel Fritsch telefonierte bereits mit den meisten Landwirtschaftsbetrieben in Rodgau und freute sich über den Erfolg der gemeinsamen Aktion. „Fast alle Rodgauer Bauern haben zugesagt, jeder gibt, was er kann.“ Über mehrere Monate wird die Versorgung aufgebaut, denn rund um Ahrweiler fehlen Lagerkapazitäten. Viele Scheunen sind zerstört. Somit müssen die Konvois regelmäßig Nachschub für die Tiere ins Krisengebiet transportieren.

Für Stefan Wolf ist die Situation eindeutig: „Uns fällt das Spenden dieses Jahr leicht, durch die Niederschläge hier können wir genug ernten“. Vergangenes Jahr kaufte der Weiskircher selbst noch Heu für sein Vieh ein. Die Trockenheit war der Grund. So hat das verregnete Jahr 2021 auch sein Gutes. Durch die üppige Ernte können Rodgauer Landwirte Hilfsbedürftige in anderen Landesteilen unterstützen. (Von Andreas Pulwey)

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