Rodgauer Gutscheinprogramm startet nächsten Montag

Hoffnungsschimmer für Wirte

„Kein Zutritt! Bitte Klingeln!“: Wer in der Krise als Gastronom sein Lokal schließen und einen Abhol- und Lieferservice ganz neu auf die Beine stellen musste, der profitiert jetzt vom städtischen Gutscheinprogramm.
+
„Kein Zutritt! Bitte klingeln!“: Wer in der Krise als Gastronom sein Lokal schließen und einen Abhol- und Lieferservice ganz neu auf die Beine stellen musste, der profitiert jetzt vom städtischen Gutscheinprogramm.

Nach dem Prinzip „Sorgfalt vor Schnelligkeit“ hat die Stadt den Start des 200 000-Euro-Hilfspakets für die Gastronomie auf Montag, 8. Februar, datiert. Zunächst hatte auch ein früherer Termin im Bereich des Möglichen gelegen. Das hat sich zerschlagen.

Rodgau - Die Stadtverordnetenversammlung hatte ein außerordentliches Unterstützungsprogramm für die Rodgauer Gastronomie mit einem finanziellen Volumen von insgesamt 200 000 Euro beschlossen. Kernpunkt des Stadtverordnetenbeschlusses ist die kostenfreie Vergabe von Gutscheinen an die Rodgauer Bevölkerung, um zu erreichen, dass das Angebot der örtlichen Gastronomie noch stärker als bisher angenommen wird und sich in Corona-Zeiten so die Umsätze in den teilnehmenden Unternehmen erhöhen.

Damit das Ganze funktioniert, hat der Magistrat hat nun das Konzept für die Aktion beschlossen. Die Agentur für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing ist für die Organisation verantwortlich. Profitieren von der Förderung sollen örtliche Restaurants, Cafés und Bars, also gastronomische Betriebe, die ihren Umsatzschwerpunkt unter normalen Rahmenbedingungen in der Bewirtung von Gästen vor Ort haben. Kioske, Pizzabringdienste, Dönerbuden und sonstige klassische Abhol- beziehungsweise Lieferanbieter, die ausschließlich und schon immer nur dieses Geschäftsmodell betreiben, sind daher von der Förderung ausgeschlossen. Eine Pizzeria mit Gastraum und Lieferservice ist davon allerdings nicht betroffen.

Nach Abschluss aller organisatorischen Vorbereitungen ist der „GENIESST LOKAL“ Gutschein im Wert von fünf Euro ab 8. Februar kostenfrei für alle in Rodgau wohnhaften Personen über die Portal www.rodgau-helfen.de abrufbar. Alle Gutscheine sind bis zum 31. Dezember dieses Jahres einzulösen.

In einer Pressemitteilung erläutert die Wirtschaftsförderung, wie’s funktioniert: Technische Voraussetzung für den Erwerb des Gutscheins ist eine digitale Registrierung mit Vor- und Zunamen, briefpostalischer Adresse sowie E-Mail-Adresse auf dem Portal www.rodgau-helfen.de. So soll erreicht werden, dass überprüfbar nur Rodgauerinnen und Rodgauer einen Gutschein erhalten. Auch Sammelbestellungen beispielsweise für Familien, Freundeskreise, Arbeitskollegen und Bewohner von Heimen können über eine beauftragte Person digital für insgesamt bis zu fünf Personen abgerufen werden.

Sofern Sammelbestellungen für mehr als fünf anspruchsberechtigte Personen vorgenommen werden sollen, können über die Wirtschaftsförderung unter der helfen@rodgau.de beziehungsweise unter z 06106 693-1202 eine entsprechende Anzahl weiterer Gutscheine abgerufen werden. Jede Sammelbestellung erfordert im Sinne der Überprüfbarkeit eine Angabe aller vom Gutschein profitierenden Personen mit ihren jeweiligen Vor- und Zunamen sowie ihrer Adresse.

Da jeder Einwohner/jede Einwohnerin Anspruch auf jeweils einen Fünf-Euro-Gutschein hat, sind Nachbestellungen auf denselben Namen oder auf dieselbe Adresse nicht möglich. Alle auf diese Weise angeforderten Gutscheine werden per Mail an die Besteller gesendet und müssen dann von den Gutscheinerwerbern zu Hause ausgedruckt werden, bevor sie in einem Gastronomiebetrieb der Wahl eingelöst werden können. Die vollständig digitalisierte Lösung per Scan von QR-Codes ist prinzipiell auch möglich, können aber seitens der Kunden auf Grund der Tatsache, dass noch nicht alle Gastronomen über entsprechende technischen Möglichkeiten verfügen, nicht unbedingt vorausgesetzt werden. Alle eingelösten Gutscheine können abschließend durch die Gastronomen über die gesamte Laufzeit der Fördermaßnahme hinweg bis zum Jahresende monatlich bei der Stadt zur Erstattung der jeweiligen Gutscheinsummen eingereicht werden. Informationen zum „GENIESST LOKAL“ Gutschein sowie zu den Akzeptanzstellen sind auf www.rodgau.de sowie auf www.rodgau-helfen.de erhältlich. Darüber hinaus hat die Stadtverordnetenversammlung ein weiteres Gutscheinprojekt für die von Geschäftsschließungen betroffenen Einzelhandels- und Dienstleistungsbetrieben in Höhe von insgesamt 50.000 Euro beschlossen. Auch dieses Förderprojekt wird derzeit für die Zeit nach dem Lockdown durch die Agentur für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing vorbereitet.

Die Software für das Gutscheinprojekt stammt von der Seligenstädter Firma CFM_media. Inhaber Frank Müller erläuterte, sein Unternehmen habe quasi zum Freundschaftspreis gearbeitet. Die Software sei nicht nur für diese Aktion geeignet, sondern auch für alle weiteren in Zukunft.

Bürgermeister Jürgen Hoffmann versicherte, die kompletten 200 000 Euro stünden für Gutscheine bereit. Das Honorar der Softwarefirma werde nach Möglichkeit aus anderen Töpfen bezahlt. „Es sei denn, die 200 000 Euro werden gar nicht vollständig abgerufen.“  bp

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare