Wieder einmal ein Publikumsmagnet

Holzversteigerung wieder Spektakel im Winterwald

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Alfred Dauber aus Miltenberg und Kaltblut „Max“ aus Hainhausen zeigten, wie früher Holz gerückt wurde. Diese bodenschonende Form der Waldarbeit gewinnt wieder an Bedeutung.

Dudenhofen - Die Gänsbrüh war am Samstag einmal mehr eine wahre Pilgerstätte für die Freunde geviertelter Buchenstämme, PS-starker Motorsägen, liebevoll restaurierter Traktoren und dampfender Fleischwurst. Von Michael Löw 

Kesselweise brachten die Germania-Sänger und ihre Helfer Fleischwurst an den Kunden - auf Wunsch sogar in Häppchen. 

Der Gesangverein Germania hatte zur 24. Holzversteigerung gerufen, und die Besucher kamen zu Tausenden. Sieben Königinnen und ein Waldarbeiter-Weltmeister verliehen der Holzversteigerung des Gesangvereins Germania besonderen Glanz. Zum 24. Mal veranstalteten die Sänger das Spektakel nach historischem Vorbild, im Dudenhöfer Wald gab"s kein freies Plätzchen mehr. „Zum Jubiläum nächstes Jahr wird alles doppelt so groß“, verkündete Moderator Jürgen Resch und legte die Messlatte für die 25. Versteigerung hoch. Programm und Besucherzahlen waren schon am Samstag kaum zu toppen. Sechs Grad waren kühl genug zum Glühwein- und warm genug zum Biertrinken.

Filigranarbeit mit der Kettensäge: Dank ruhiger Hände blieben alle Scheiben auf dem dünner werdenden Stamm liegen. 

Dudenhofens zwölfte Edelholzkönigin Kerstin Wolf hatte für eine doppelte Premiere gesorgt. Sie war die erste Regentin, die ihr Krönchen selbst gestaltet hatte. Dafür gab"s höflichen Applaus. Tags zuvor hatte sie beim Aufbau Bier und Schnaps vorbeigebracht - das bescherte ihr euphorischen Beifall der Helfer. Und Resch hoffte, dass damit ein neuer Brauch ins Leben gerufen wurde.
Eine feste Größe im Programm ist die Holzfäller-Show der Dengler-Brüder aus Widdern. Ein 62-PS-Motor, der einst ein Go-Cart beschleunigt hatte, trieb ihre stärkste Säge an. So ein Monstrum will beherrscht sein...

Bilder der Historischen Holzversteigerung in Dudenhofen

Was auch für die gut zwei Meter lange Handsäge gilt, mit der Zweierteams einen Baumstamm zu Kleinholz verarbeiteten. Das Publikum hatte seinen Spaß und gelegentlich auch eine Portion Schadenfreude: „Der hat noch nie gesägt!“, bekam ein junger Mann zu hören, der die Säge mehr übers Holz hüpfen ließ.

Knappe 100 Meter von den kreischenden Motoren entfernt demonstrierte Alfred Dauber die ruhige Art der Waldarbeit. Der Miltenberger rückte mit „Max“, einem 900 Kilo schweren Rheinisch-deutschen Kaltblut, Baumstämme. Das Pferd ist ein echter Rodgauer. Es steht auf Udo Weigels Salinenhof in Hainhausen.

Von Jahr zu Jahr größer wird die Oldtimer-Schau. Längst sind"s nicht mehr nur die Besitzer restaurierter Traktoren und anderer Landmaschinen, die an die Gänsbrüh tuckern. Die Besucher bestaunten amerikanische Straßenkreuzer und einen Krankenwagen aus den Beständen der US-Armee.

Die Versteigerung von 42 Raummetern Buchenholz geriet bei so viel Drumherum fast zur Nebensache. Förster Günter Heid und Ortsdiener Manfred Kratz waren mit der Auktion dennoch zufrieden.

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