Ein Zuhause für die letzten Tage

Frankfurter Werte-Stiftung unterstützt Rodgauer Hospiz über den Bau hinaus

Im Mittelpunkt des Interesses: Petra Roth, ehemalige Frankfurter Oberbürgermeisterin, besuchte als Kuratoriumsmitglied der Werte-Stiftung das Hospiz in Jügesheim. Rechts: Dr. Nikos Stergiou, Vorstandsvorsitzender der Hospizstiftung Rotary Rodgau.
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Im Mittelpunkt des Interesses: Petra Roth, ehemalige Frankfurter Oberbürgermeisterin, besuchte als Kuratoriumsmitglied der Werte-Stiftung das Hospiz in Jügesheim. Rechts: Dr. Nikos Stergiou, Vorstandsvorsitzender der Hospizstiftung Rotary Rodgau.

Prominenter Besuch im Hospiz in Rodgau: Die ehemalige Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth würdigte das Hospiz als eine „familiäre Oase“, ein Zuhause für die letzten Tage des Lebens. An vielen Details könne man sehen, dass das Haus dem Leben zugewandt sei. Ein Beispiel: Ein Stromanschluss an einer Sitzbank im Garten erlaubt es, eine Leselampe anzuschließen.

Jügesheim - Abends im Freien zu lesen ist nur einer der vielen Wünsche, die das Hospizteam den Gästen von den Lippen abliest. Mit vielen kleinen Dingen könne man den Gästen eine Freude machen, sagt Hospizleiterin Christina Dölle: Noch einmal in der Sonne sitzen, ein Vollbad genießen, eine Handmassage oder ein Gläschen Schnaps – die Bedürfnisse sind so individuell wie der einzelne Mensch. Auch das Küchenteam trägt zur Wunscherfüllung bei. Christina Dölle berichtet von Hospizgästen, die sich zum Geburts- oder Hochzeitstag noch mal eine Käsetorte wünschen, auch wenn sie selbst vielleicht nicht mehr davon essen können.

Wer ins Hospiz kommt, hat durchschnittlich noch fünf Tage zu leben

Zwölf Gästen kann das Team der „Mission Leben“ am Fuß des Wasserturms ein letztes Zuhause geben. Am 16. März wurde der erste Gast aufgenommen. Seither sind dort schon rund 50 Menschen gestorben. Durchschnittlich leben die Gäste noch fünf Tage im Hospiz. Die Bandbreite ist groß: Manche haben nur noch wenige Stunden zu leben, andere mehrere Wochen.

Für Petra Roth ist Hospizarbeit nichts Neues. In ihrer Amtszeit als Frankfurter Oberbürgermeisterin (1995 bis 2012) war sie an der Gründung des Hospizes Sankt Katharina beteiligt; sie besuchte dort auch einige Hospizgäste.

Bereits während ihrer aktiven Zeit in der Politik engagierte sich Petra Roth in einigen Stiftungen, die dort helfen, wo der Staat an seine Grenzen stößt. Zurzeit gehört sie den Kuratorien mehrerer wirtschaftsnaher Stiftungen an, unter anderem der Werte-Stiftung Frankfurt, die sie mit gegründet hat.

Werte-Stiftung bleibt dem Rodgauer Hospiz verbunden

Die Werte-Stiftung unterstützt das Rodgauer Hospizprojekt von Anfang an. Mit einer Zusage von einer Million Euro legte sie einen finanziellen Grundstein. Die Hospizstiftung Rotary Rodgau trommelte daraufhin nach allen Regeln der Kunst um Zustiftungen. Kuratoriumsmitglied Lothar Mark: „Wer eine Million im Rücken hat, kann nicht sagen, wir finanzieren den Rest nicht.“

Auch über den Bau hinaus bleibt die Werte-Stiftung dem Hospiz verbunden. Gestern reichte sie eine Unternehmensspende weiter: 2 000 Euro von der DB Systel GmbH. Die Spende hilft, den laufenden Betrieb zu sichern. Die Krankenkassen tragen nur 95 Prozent der Kosten, den Rest müssen Träger und Betreiber auf andere Weise aufbringen. Allein in diesem Jahr erwartet die Hobbystiftung ein Defizit von mindestens 70 000 Euro. Lothar Mark: „Dafür brauchen wir laufend Spenden.“

Von Ekkehard Wolf

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