Verkehr in Rodgau

Hupkonzerte, Raser, Strafzettel: Zugeparkte Straße verursacht neuen Ärger

Mehrere Autos versperren in einer engen Straße einem Müllauto den Weg.
+
Zugeparkt: Auf der Babenhäuser Straße kommt die Müllabfuhr an manchen Tagen nicht mehr durch.

Nach dem Ärger um die zugeparkte Babenhäuser Straße in Rodgau (Kreis Offenbach) entspannt sich die Parksituation etwas – auf Kosten anderer Straßen. Das verursacht neue Probleme.

Jügesheim – Zwei Wochen nach dem Ärger über die zugeparkte Babenhäuser Straße in Rodgau (Kreis Offenbach) hat sich die Parksituation teilweise entspannt, allerdings auf Kosten anderer Straßen in der Nachbarschaft. Damit sind aber noch nicht alle Probleme gelöst.

Ende September hatte die städtische Ordnungspolizei Gehwegparker darauf hingewiesen, dass das Parken auf dem Bürgersteig verboten ist. Daraufhin hatten Autofahrer ihre Fahrzeuge auf der Fahrbahn abgestellt – aber nicht immer mit ausreichenden Abständen. Die Folge: Müllabfuhr und Feuerwehr kamen nicht mehr durch die Babenhäuser Straße.

Ärger um zugeparkte Straße in Rodgau (Kreis Offenbach): Auto-Schlangen, Raser, Hupkonzerte

Nun habe die Ordnungspolizei „festgestellt, dass es an manchen Tagen vorbildlich funktioniert“, berichtet die städtische Pressesprecherin Sabine Hooke. In den nächsten Tagen könnten die Anwohner mit einem weiteren Informationsbrief der Stadt rechnen. Zudem wolle die Ordnungspolizei demnächst die Geschwindigkeiten messen und Zahlen über das Verkehrsaufkommen ermitteln.

Auch aus Sicht der betroffenen Bürger hat sich die Situation verbessert. „Ein Großteil der Anwohner hat sich dazu entschlossen, in den umliegenden Straßen zu parken“, berichtet Anwohner Robert Kranich. Als Beispiele nennt er den Südring und das Wohngebiet nahe der Frühlingsaustraße.

Trotzdem passiert es noch, dass geparkte Autos den fließenden Verkehr behindern. „So kommt es immer wieder vor, dass sich an Engstellen Autoschlangen bilden und ein wildes Hupkonzert beginnt“, schreibt Kranich. Nach der Engstelle werde umso stärker aufs Gas getreten.

Strafzettel für Parken auf dem Gehweg in Rodgau kosten bis zu 80 Euro

Wegen der häufig wechselnden Parksituation scheuten manche Anwohner davor zurück, auf dem eigenen Grundstück zu parken, „da nicht sichergestellt ist, dass man die Einfahrt am nächsten Tag wieder verlassen kann“.

Nicht immer ist die Babenhäuser Straße zugeparkt. Wenn sie frei ist, gibt es andere Probleme. Dann ärgern sich Anwohner über Raser. „Das Ausweichen auf den Gehweg an Engstellen ist inzwischen auch zum normalen Alltag geworden“, berichtet Robert Kranich. Als Fahrradfahrer könne man nicht immer mit Verständnis seitens der Autofahrer rechnen.

Die Ordnungspolizisten werden dort in der nächsten Zeit öfter nach dem Rechten sehen. Gehwegparker müssen dann mit einem Knöllchen rechnen. Das Verwarnungsgeld ist empfindlich hoch. Nach dem neuen Bußgeldkatalog, dem der Bundesrat am 8. Oktober zugestimmt hat, kostet Parken auf dem Gehweg künftig 55 bis 80 Euro, je nach Dauer und Art der Behinderung. Bisher waren Beträge von 10 bis 30 Euro fällig.

Zugeparkte Straße in Rodgau (Kreis Offenbach): Verunsicherung über Park-Situation

Nach und nach will die Ordnungsbehörde in allen Stadtteilen dafür sorgen, dass Fußgänger sich wieder sicher und ungehindert auf dem Bürgersteig bewegen können. Je nach Breite des Gehwegs gibt es dafür zwei Möglichkeiten: Entweder erlaubt die Stadt das Parken mit zwei Rädern auf dem Gehweg per Verkehrszeichen und Markierung, oder sie setzt das Verbot per Knöllchen durch.

Dabei will die Stadt auch künftig die Gehwegparker erst informieren und ermahnen, bevor sie Strafzettel verteilt. So sollen die Betroffenen Zeit haben, ihr Verhalten zu ändern. Bis dahin kann es vorkommen, dass Parksünder an der einen Straße aufgeschrieben werden und an der anderen noch nicht.

Ein Anwohner der Babenhäuser Straße beschreibt das so: „Gäste von außerhalb sind sichtlich verunsichert, was die Parksituation angeht. So mussten wir schon mehrfach darauf aufmerksam machen, dass nicht auf dem Gehweg geparkt werden darf. Wir wurden anschließend mehrfach darauf hingewiesen, dass doch im Ostring auch auf dem Gehweg geparkt wird. Wie ein unwissender Bürger/Gast die Situation auseinanderhalten soll, ist mir nicht ganz klar. (...) Wenn in einer Straße alle Autos auf dem Gehweg parken, wird sich ein Gast an die Gegebenheiten anpassen und ebenfalls auf dem Gehweg parken.“ (Ekkehard Wolf)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare