Tierschutz

Igel brauchen auch im Frühjahr Hilfe – Initiative informiert über Artenschutz

Trotz Stacheln sind junge Igel ganz verletzliche Geschöpfe.
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Trotz Stacheln sind junge Igel ganz verletzliche Geschöpfe.

Nach dem Winterschlaf brauchen Igel Hilfe. Der Verein „Igel-Mama“ gibt Tipps zum Umgang mit den Tieren.

Rodgau – Für die heimischen Igel ist der Winterschlaf vorbei. Aber gerade jetzt beginnt für die stacheligen Gesellen eine schwierige Zeit. Denn nachdem sie über den Winter gut ein Drittel ihres Körpergewichts verloren haben, müssen sie neue Energie tanken. Gabi Simon-Mazzoldi und Manuela Dubielzig vom Verein Igel-Mama helfen den Tieren dabei.

Die beiden Jügesheimerinnen haben ihr Herz an die putzigen Vierbeiner verloren, sich rasch eingearbeitet und halten nun Ratschläge bereit, wie den sympathischen Gesellen unter die Pfoten gegriffen werden kann. So schickt Manuela Dubielzig einen Appell an Rodgauer Gartenbesitzer: „Wenn wir alle etwas tun, kommen wir ein großes Stück voran.“

Rodgau: Zwei Frauen engagieren sich im Verein „Igel-Mama“

Im Gespräch mit den beiden Frauen kommt ihre Erfahrung zutage: „Natürlich darf der Zugang zum Garten nicht durch undurchdringliche Zäune versperrt sein“, betonen die beiden eine grundsätzliche Voraussetzung für eine dauerhafte Igel-Hilfe. Im Garten angekommen, sollte eine Futterstation aus Holz und Baustoffröhren vorhanden sein. Im Innern des Holzkastens steht frisches Katzenfutter bereit. Davor liegt eine Schale mit Wasser. Der Zugang per Baustoffröhre ist wichtig, damit Nachbars Katze nicht schneller am Futter ist als die Stachelritter. So kann einfach und schnell geholfen werden.

Hilfe war auch nötig, als die beiden Frauen den Weg zum Verein Igel-Mama fanden: Bei Manuela Dubielzig schnuffelte vergangenen Sommer ein Tier lautstark im Garten. Ihre Neugier war geweckt. Sie machte sich im Internet schlau, wie man der bedrohten Tierart helfen kann.

Rodgau: Hilfe für Igel in Not

Bei Gabi Simon-Mazzoldi war es dramatischer. Sie fand einen schwer verletzten Igel auf der heimischen Grünfläche. Er schleppte sich mehr durchs Leben, als dass er laufen konnte. So musste dringend Hilfe her. Der Tierarzt tat sein Bestes, aber der stachelige Patient war mit deutlich weniger als 800 Gramm so abgemagert, dass er den nahenden Winter nicht überlebt hätte. So stießen die beiden Igel-Helferinnen auf die Internetseite des Vereins Igel-Mama. Bei der Vereinsvorsitzenden, Jutta Knierim-Haustein aus Ober-Wöllstadt, wurden alle Findlinge versorgt und aufgepäppelt.

Nach dem Winterschlaf müssen Igel zu Kräften kommen. Gabi Simon-Mazzoldi (links) und Manuela Dubielzig vom Verein Igel-Mama helfen den Tieren mit Futterstationen beim Start in das Frühjahr. Die beiden Jügesheimerinnen haben Tipps für Gartenbesitzer, die Stachelrittern einen Lebensraum bieten wollen.

Igel-Hilfe aus Rodgau: Eine Mulde im Nacken ist ein Zeichen der Unterernährung

In diesem Jahr findet in Jügesheim die Tatkraft pro Tierschutz ihre Fortsetzung. Unterernährte Tiere sind am Hungerknick zu erkennen, erläutert Manuela Dubielzig. Der Hungerknick ist eine Mulde im Nacken, wo sonst Fettreserven angereichert sind. Außerdem hängen bei schwachen Tieren Haut und Stacheln nach unten. Gabi Simon-Mazzoldi ergänzt genaue Zahlen: Bräunliche Altigel sollten jetzt nach dem Winterschlaf mindestens 1 000 Gramm wiegen, Jungtiere des vergangenen Jahres mehr als 500 Gramm. Sonst sind sie ein Fall für die Pflegestation in Wöllstadt.

Bald liegt Wissenswertes zum Igelschutz in Form von Broschüren in Rodgauer Briefkästen. Die „Igel-Mamas“ werden die Blätter verteilen. So haben Tierfreunde Informationen griffbereit für die Unterstützung einer bedrohten Tierart. (Von Andreas Pulwey)

In Rodgau soll für Tiere und Pflanzen eine neue Heimat geschaffen werden. Dafür lässt sich die Stadt einiges kosten, die Renaturierung zeigt erste Erfolge.

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