Student baut Zentrum im Bürgerhaus Dudenhofen auf

Impfung im Ansingraum

Im Ansingraum des Bürgerhauses Dudenhofen bauen Raqeeb Khan (vorne) und seine Mitarbeiter ein provisorisches Impfzentrum auf. Sie nutzen dazu die ehemaligen Stellwände der städtischen Kunstausstellung.
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Im Ansingraum des Bürgerhauses Dudenhofen bauen Raqeeb Khan (vorne) und seine Mitarbeiter ein provisorisches Impfzentrum auf. Sie nutzen dazu die ehemaligen Stellwände der städtischen Kunstausstellung.

Ein junges Unternehmen hat in Rodgau ein Corona-Impfzentrum aus dem Boden gestampft. Heute um 8 Uhr soll im Bürgerhaus Dudenhofen die erste Schutzimpfung gegen Covid-19 verabreicht werden.

Dudenhofen – Von der ersten Idee bis zur Eröffnung ist etwa ein Monat vergangen, wie Raqeeb Khan (22) berichtet. Er ist der Geschäftsführer der iMed 24 GmbH, die mehrere Corona-Testzentren betreibt. Bei einem Besuch seiner Teststation am Rewe-Center, so erzählt er, habe Bürgermeister Jürgen Hoffmann Anfang Dezember den Wunsch nach einem größeren Impfangebot in der Region geäußert. Khans Reaktion: „Warum eigentlich nicht?“

Betreiberin des neuen Impfzentrums ist die Ärztin Dr. Jaroslava Pieck aus Frankfurt. Sie bestellt auch die Impfstoffe und rechnet mit den Krankenkassen ab. Raqeeb Khan und seine Leute organisieren den Rest: von den Räumen über die Schutzhandschuhe bis zur Terminbuchung via Internet.

Khan berichtet von einer guten Nachfrage nach Impfterminen. Viele Interessenten fragten auch per E-Mail nach bestimmten Impfstoffen und deren Verfügbarkeit. „Vor allem die Kinderimpfung ist ein großes Thema“, so Khan: „Viele Eltern wollen ihre Kinder impfen lassen.“ Der speziell dosierte Kinderimpfstoff von Biontech sei zurzeit aber nur in begrenzter Menge lieferbar.

Den schnellen Start des Impfzentrums unterstützt die Stadt mit Räumen und Mobiliar. Am Freitag und Samstag bauten Raqeeb Khan und seine Leute die Impfkabinen und die Wartezone auf. Foyer und Ansingraum sind zunächst bis Ende Januar reserviert. Wenn das Impfangebot gut ankommt, soll der Vertrag verlängert werden.

Sechs der elf Gruppen, die den Ansingraum regelmäßig nutzen, treffen sich nun in anderen Räumen. Drei weitere nahmen den angebotenen Ersatz nicht an. Zwei Gruppen erhielten von der Stadt eine Absage.

Corona-Unternehmer Raqeeb Khan ist seit etwa einem Jahr in dieser Branche tätig. Zunächst importierte er Masken und Schnelltests, dann eröffnete er seine erste Corona-Teststation. Inzwischen betreibt er sechs Testzentren in Rodgau, Rödermark, Langen und Darmstadt.

Eigentlich studiert er Wirtschaftsingenieurwesen in Darmstadt. Als sich das Studium pandemiebedingt ins Internet verlagerte, war ihm die praktische Arbeit näher als die Theorie – zumal er damit auch noch Geld verdient. Welche beruflichen Ziele hat er, wenn die Corona-Pandemie vorbei ist? „Die Uni werde ich auf jeden Fall fertigmachen“, kündigt der junge Unternehmer an. Wie es danach weitergeht, ist noch offen: „Ich bin ja erst 22.“ (Von Ekkehard Wolf)

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