Corona erfordert ungewöhnliche Veranstaltungsorte

Jazz-Night im Autohaus

Thomas Langer (links) kam zur Jazz-Night gerne ins Autohaus Brass und war vom Klang dort angetan. Karin Wagner (Mitte) und Betriebsleiter Andreas Stettner (am Mikro) begrüßten die Gäste des Live-Auftritts, der sich einem strengen Hygienekonzept unterwarf.
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Thomas Langer (links) kam zur Jazz-Night gerne ins Autohaus Brass und war vom Klang dort angetan. Karin Wagner (Mitte) und Betriebsleiter Andreas Stettner (am Mikro) begrüßten die Gäste des Live-Auftritts, der sich einem strengen Hygienekonzept unterwarf.

Kulturveranstalter gehören zu den Verlieren der aktuellen Lage. Allein die Jügesheimer Kulturinitiative „Maximal“ musste seit Ausbruch der Pandemie 22 Veranstaltungen absagen. Dem vorsichtigen Neustart mit zuletzt vier Konzerten im Freien folgte jetzt ein weiterer Versuch, das Beste aus der Situation zu machen: eine Jazz-Night im Autohaus.

Rodgau - Premiere bei Brass: Dort fand eine Jazz-Night statt. „Wir sind sehr froh, dass die Brass-Gruppe uns diese Möglichkeit eröffnet hat“, kommentierte „Maximal-Vorsitzende“ Karin Wagner vor Beginn des Livekonzerts mit Thomas Langer (Gitarre), Ralf Cetto (Bass) und Jean-Marc Robin (Schlagzeug) den ungewöhnlichen Veranstaltungsort. „Es ist eine tolle Gelegenheit, uns zu präsentieren. Wir bedanken uns für die Kooperation.“

Das Zusammenspiel kam zustande, weil Brass den international renommierten Gitarristen Thomas Langer und dessen inzwischen 159 Jazz-Nights seit vier Jahren ohnehin sponsert. Langer war bei Brass-Betriebsleiter Andreas Stettner also genau richtig mit seiner Anfrage für einen Auftritt in Jügesheim. Denn Stettner, der schon 20 Jahre an diesem Standort aktiv ist, hängt inzwischen am Jazz genauso leidenschaftlich wie an seiner Arbeit für die Kunden des Autohauses. Entsprechend freudig stimmte er der Premiere an der Gutenbergstraße zu und stellte in seiner Begrüßung sogar eine Wiederholung im Oktober in Aussicht.

Gut 40 Zuhörer verfolgten gelöst die Musik. Schnell wippten Füße im Takt und nickten Köpfe zum Rhythmus. Überwiegend hörten die Gäste Langers Eigenkompositionen. Die kommen mal gelassen-melodiös, mal schräg und schrill mit großen Brüchen rüber, um aber selbst dann – nach Schnörkeln und diversen Soli – wieder zum versöhnlichen Hauptthema zurückzufinden.

Die Stücke des geerdeten Handwerkers an den Saiten packten Zwischenmenschliches in Noten. Sie erzählten von Städten, Menschen und Landschaften. Kulturpreisträger Langer bildete mit Drummer Jean-Marc Robin und dem Mann an Kontra- und E-Bass, Ralf Cetto, die klassische Besetzung des von der Gitarre angeführten Trios. Viele Stücke des Programms spielten die drei erstmals live gemeinsam – was professionell gelang.  (bp)

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