Er trainiert Gruppen bis zur WM-Reife

Joschka (22) aus Rodgau ist ein gefragter Tanztrainer

Das Tanzen hat Joschka Pommers beruflichen Werdegang geprägt: von frühen Auftritten auf der Fastnachtsbühne bis zum Tanzlehrer.
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Das Tanzen hat Joschka Pommers beruflichen Werdegang geprägt: von frühen Auftritten auf der Fastnachtsbühne bis zum Tanzlehrer.

„Olala, willst du eine Pizza?“ Dieser Refrain klang einst von einer Hainhäuser Fastnachtsbühne hinab zum närrischen Auditorium. Damals zum ersten Mal mit von der Partie war Joschka Pommer. Der Spross aus einem von der ehrenamtlichen Fastnacht geprägtem Elternhaus tat seinerzeit die ersten Schritte im Scheinwerferlicht. Stolze 20 Jahre ist diese Premiere nun her. Heute trainiert der Hainhäuser als professioneller Tänzer aufstrebende Gruppen, die sich dank seiner Ausbildung für Weltmeisterschaften qualifizierten.

Hainhausen - Joschka Pommer (22) ist seit seiner Geburt Mitglied im damaligen SKV Hainhausen. Ganz frühe Kindheitserinnerungen kommen bei ihm auf, wenn er an die Halle am Sportfeld denkt: „Mit zweieinhalb Jahren tanzte ich erstmals auf der Bühne.“ Damals war er trotz des Kleinkindalters Teil der Ü 50-Gruppe der Fastnachtsabteilung Laternche. Die Damen der Formation traten als „Waschweiber“ ins Rampenlicht und gaben die Textzeilen „Willst du eine Pizza?“ zum Besten.

Joschka hüpfte bei den Proben so lange vor der Bühne herum, bis ihn die Damen in die Gruppe integrierten. Unter den Akteuren damals die beiden Großmütter von Joschka: Erika Neuhäusel und Maria Pommer.

Seine Leidenschaft fürs Tanzen war geweckt. Für ihn ist bis heute die tänzerische Bewegung die pure Erfüllung. Die SKV-Fastnacht war seine Präsentations- und Trainingsfläche. Dort kletterte er als Trainer und Akteur weiter die tänzerische Treppe empor, bis ihm seine Nieder-Röder Tanzlehrerin 2017 empfahl, nach dem Abitur eine entsprechende Ausbildung zu starten.

Gesagt getan. Joschka Pommers Lebensweg führte ihn nach Mannheim. Er denkt an die anstrengende Zeit während der Ausbildung zurück: „Je nachdem, was an Proben auf dem Lehrplan stand, ging es an manchen Tagen von acht bis acht.“

Trotzdem kam er mit der körperlichen Arbeit gut zurecht: „Mir fiel das leichter als den Mädels, weil ich lockerer bin.“ Den Grund dafür sieht er in seiner inneren Freude: „Ohne Leidenschaft steht man das nicht durch, viele sind abgesprungen.“

Inzwischen schloss Joschka Pommer die dreijährige Ausbildung zu den separaten Berufen Bühnentanz, Choreografie und Tanzpädagogik erfolgreich ab.

Bereits während der Ausbildung coachte er bei Produktionen am Mannheimer Nationaltheater. Inzwischen führte ihn sein Werdegang sogar bis ins ZDF zu einer Fernsehproduktion mit Thomas Gottschalk.

Die während der Lehrzeit angeeignete Theorie und Praxis helfen dem 22-Jährigen heute in seinem Job. Wenn er in den vier Tanzschulen zwischen Rodgau und Mannheim unterrichtet, füllen Anatomie, Didaktik, Psychologie und Pädagogik den Lehrplan.

Bildet er Gruppen aus, fühlt er diesen zunächst auf den Zahn: Stimmen bei allen Tänzerinnen und Tänzern die Dynamik und die Sprungkraft? Steht das Becken exakt über den Beinen und sind die Arme in der korrekten Waagerechten? Bis alle Details einer Choreografie sitzen, ist es ein langer Weg. Der Betrachter sieht ein perfektes Endergebnis. Aber zuvor stecken zwei Jahre Arbeit in einer Aufführung.

Im vergangenen Jahr kam die Rückkehr auf die Hainhäuser Fastnachtsbühne. Mit seinem Partner Tim Dommermuth bot er ein Duett. Die beiden richten ab 23. August bei der SG Hainhausen das viertägige „Summer Dance Camp“ aus.

Heute ist Joschka Pommer mit seinem Partner für zahlreiche Veranstaltungsformate wie Hochzeiten und Junggesellenabschiede zu buchen. Informationen dazu sind unter der E-Mail-Adresse joschkapommer@hotmail.com einzuholen.

Das Glück über die gelungene Berufswahl ist dem jungen Tanzlehrer anzusehen: „Ich habe nicht das Gefühl zu arbeiten, es ist mein Hobby und meine Leidenschaft zugleich.“ (Von Andreas Pulwey)

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