Judo-Sommerschule in Rodgau

Meister auf der Matte

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Makoto Katada demonstriert Wurftechniken aus der hohen Schule des Judo. Und dann heißt es: nachmachen!

Nieder-Roden -  Wie kann man nur bei diesen Temperaturen stundenlang Sport treiben? Für rund 150 Judoka ist das keine Frage. Bei der Judo-Sommerschule in Nieder-Roden lernen sie von zwei hochkarätigen Judolehrern aus Japan. Einer von ihnen, Shiro Yamamoto, ist zum 25. Mal in Rodgau.

Das laute Klatschen fallender Körper dringt aus der Sporthalle Wiesbadener Straße. Eine Seitentür steht offen, damit Frischluft in die Halle kommt. Der 1. Judoclub hat gestern früh fast das ganze Handball-Spielfeld mit Reisstrohmatten ausgelegt: 800 Quadratmeter.

Shiro Yamamoto steht zum 25. Mal in Nieder-Roden auf der Matte. Respektvoll sprechen ihn die anderen mit „Sensei“ (Lehrer, Meister) an. Wenn er den Daumen nach oben reckt oder gar applaudiert, ist das ein hohes Lob.

Ein Zeichen seiner Autorität ist der rote Gürtel des 9. Dan. Das ist der zweithöchste Meistergrad, den es im Judo gibt. Shiro Yamamoto unterrichtet am Kodokan in Tokio, der ältesten Judoschule der Welt. Sein Kollege Makoto Katada hat den achten Meistergrad und trägt Rot-Weiß.

Die Sommerschule bietet für jeden etwas – vom Einsteiger mit gelbem Gürtel bis zum erfahrenen Schwarzgurtträger. Die einen lernen Kampftechniken, die anderen erweitern ihre Kata-Kenntnisse. Kinder können in einer eigenen Gruppe mit Gleichaltrigen trainieren.

Vor- und nachmittags stehen je zwei Stunden Training auf dem Programm. Wer dann noch nicht genug hat, kann an den ersten beiden Abenden eigenständig weiter üben. Fortgeschrittene Teilnehmer können am Mittwoch ihre Kyu- oder Dan-Prüfungen ablegen.

Die Wiesen am Don-Bosco-Heim dienen in dieser Woche als Zeltplatz. Helfer des Vereins haben den alten Fußballplatz eigens am Samstag gemäht – eine staubige Angelegenheit. Auch auf der großen Wiese links neben der Don-Bosco-Zufahrt steht Zelt an Zelt. Wegen der Waldbrandgefahr hat der 1. Judoclub mit der Feuerwehr besondere Sicherheitsmaßnahmen vereinbart. Dazu zählen Rettungswege, Feuerlöscher und gefüllte Wassereimer. Zigaretten und Holzkohlegrills sind strikt verboten.

Die richtige Kampfsportart finden

„Das Grillfest am Donnerstag findet trotzdem statt, sonst würde ja etwas fehlen“, sagt Werner Stolzenburg vom Organisationsteam. Die Grill-Profis bringen am Donnerstag ihre Elektrogrills mit. Auch die abendliche Zeltplatz-Disco darf nicht fehlen.

Zwischen Essen und Musik gibt es am Donnerstag erstmals eine Vorführung im Schwertkampf in mittelalterlichen Rüstungen. Die Akteure kommen vom Verein „Grenzwacht“ aus Büdingen, der auf vielen Mittelalterfesten präsent ist.

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Shiro Yamamoto ist eigens für die Rodgauer Sommerschule nach Europa geflogen. Seine Tochter reiste gestern aus Frankreich an, um ihren Vater zu treffen. Nächste Woche fährt Yamamoto noch für zwei Tage zu einem Lehrgang nach Marl. Der Verein aus dem Ruhrgebiet übernimmt einen Teil der Flugkosten, den Löwenanteil bezahlt aber der 1. Judoclub Nieder-Roden.

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