Lernen statt faulenzen an Gesamtschule in Rodgau

Schüler machen sich in Feriencamps fit fürs nächste Schuljahr

Beim Üben in den Ferien kommt auch der Spaß nicht zu kurz: Neuntklässler der Georg-Büchner-Schule arbeiten im Feriencamp an Englischaufgaben der Lehrerin Elke Weil.
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Beim Üben in den Ferien kommt auch der Spaß nicht zu kurz: Neuntklässler der Georg-Büchner-Schule arbeiten im Feriencamp an Englischaufgaben der Lehrerin Elke Weil.

Lernen, während andere faulenzen: Im Feriencamp der Georg-Büchner-Schule (GBS) in Rodgau wollen 90 Jugendliche die Lücken ausgleichen, die durch den coronabedingten Unterrichtsausfall entstanden sind. Zwei Wochen lang üben sie in kleinen Gruppen Deutsch, Mathe und Englisch. Ab 11.50 Uhr ist dann Erholung angesagt.

Jügesheim – Das freiwillige Angebot war im Coronajahr schon früh ausgebucht. Schüler der fünften bis neunten Klasse nehmen daran teil. Jede Lerngruppe besteht aus 12 oder 13 Schülern.

Zusätzlich gibt es eine Gruppe für Schüler der sogenannten Intensivklasse, die Deutsch als Zweitsprache lernen. Für diese Schüler sei die Coronakrise besonders schlimm gewesen, sagt der stellvertretende Schulleiter Volker Hildebrandt: „Aus meiner Sicht haben sie am meisten gelitten. Sie können nicht einfach Homeschooling machen. Sie haben niemanden, der sie betreut.“

In diesem Jahr ist vieles anders als gewohnt. Weil das Feriencamp in den Osterferien wegen der Corona-Pandemie ausfiel, verlegte die GBS es in den Sommer. Anfangs war das Angebot gezielt für Haupt- und Realschüler gedacht. Dann hieß es aus dem Kultusministerium, das Feriencamp solle für alle Schulformen geöffnet werden. „Zu diesem Zeitpunkt hatten wir aber schon 70 Anmeldungen“, berichtet Hildebrandt. Also musste Haupt- und Realschulzweigleiter Jan Lorenz umplanen. Die übliche Vorbereitungszeit von drei Monaten schnurrte auf zwei Wochen zusammen.

„Ich denke, alle Schüler haben es nötig“, sagt Volker Hildebrandt. Übung könne nie schaden. Das sehen die angemeldeten Teilnehmer offenbar ebenso: „Bis auf zwei Schüler sind alle gekommen“, berichtet der stellvertretende Schulleiter.

Der Ablauf ist anders als bei den üblichen Ostercamps: Sport ist ebenso wenig möglich wie das gemeinsame Frühstück. Hildebrandt: „Wir machen es reduziert, aber intensiv.“

Damit noch mehr Schüler die Ferienzeit zum Üben nutzen können, hat das Kultusministerium eine sogenannte Ferienakademie in den letzten beiden Wochen der Sommerferien ausgeschrieben – ebenfalls freiwillig und kostenlos. Die Staatlichen Schulämter entscheiden, an welchen Schulen die Kurse stattfinden. Sie werden nicht von Lehrkräften geleitet, sondern überwiegend von externem Personal. Schüler von der ersten bis zur achten Klasse können dort laut Kultusminister Ralf Alexander Lorz wichtige Lerninhalte nacharbeiten, „die in der Zeit des Distanzunterrichts zu kurz gekommen sind“.

Zusätzlich bietet die Heinrich-Böll-Schule (HBS) in Nieder-Roden für ihre Fünftklässler in der letzten Ferienwoche vier Tage zur Vorbereitung auf das neue Schuljahr an. Schulleiterin Petra Fischer betont aber in einem Brief an die Eltern, „dass Ihre Kinder im neuen Schuljahr von uns Lehrerinnen und Lehrern bei dem Wissensstand abgeholt werden, an dem sie zurzeit stehen. Wenn Ihre Kinder die Wochenpläne bearbeitet und in den letzten Wochen ihre Hausaufgaben vollständig gemacht haben, ist ein zusätzlicher Unterricht genauso viel oder wenig nötig wie in anderen Jahren.“ Von Ekkehard Wolf

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