1200 Plastikenten für die kirchliche Kinder- und Jugendarbeit

Tempo, kleine Ente: 1200 Plastikenten treten zu einem Rennen an

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Am Ziel fischt Michael Beseler die Finalisten heraus: die 25 schnellsten ins Netz, die anderen in den gelben Sack.

Ein heißer Sonntag und ein kühles Vergnügen: Rund 1200 Badeenten waren gestern beim Entenrennen der evangelischen Emmausgemeinde am Start. Der Wettbewerb lockte Hunderte von Besuchern in den Rodaupark.

Jügesheim – Von einem heißen Rennen kann keine Rede sein: Müde dümpeln die gelben Tierchen durchs Flachwasser. Als Zuschauer fühlt man sich an das Kinderspiel „Tempo, kleine Schnecke“ erinnert. Junge Helfer mit Stöcken befreien einzelne Exemplare, die sich am Ufer verhakt haben. Nur selten sorgt eine überraschende Strömung für einen Zwischenspurt.

Am Ziel steht Michael Beseler mit Gummistiefeln im Bach. Der Vorsitzende des Gemeindeaufbauvereins fischt die Finalisten aus dem Wasser. Die ersten 25 landen im Netz, die anderen im gelben Sack. Für den allerletzten Nachzügler gibt es als Trostpreis einen Eisgutschein – genau das Richtige an diesem sommerheißen Tag.

Mit langen Stöcken bringen Kinder und Jugendliche festsitzende Enten wieder auf die richtige Bahn.

Nach vier Vorläufen geht es ums Ganze: Die letzten 100 Enten werden zur Endausscheidung in den Bach gekippt. Den Gewinnern winkt ein bunter Strauß an Sachpreisen: vom Rundflug mit dem Kreis-Sozialdezernenten Carsten Müller über Kickers-Karten (Haupttribüne) bis zu Badeseegutscheinen für die ganze Familie.

Der größte Gewinner des Tages ist die kirchliche Kinder- und Jugendarbeit. Der Erlös des Entenrennens trägt dazu bei, das Gehalt des Gemeindepädagogen zu bezahlen. Pfarrer Axel Mittelstädt strahlt: Auch beim 14. Mal hat das Gemeindefest im Rodaupark nichts an Attraktivität eingebüßt. Nur ehrenamtliche Helfer zu finden ist etwas schwieriger geworden: Viele treue Mitwirkende sind gerade in Urlaub, auch die sinkende Zahl der Konfirmanden macht sich bemerkbar. Über den Tag verteilt sind immerhin 80 bis 100 Dienste zu besetzen.

Liebevoll verzierte Badeenten warten auf ihren Einsatz. Ob mit Erdbeermuster, Federn oder Aufkleber: Schneller werden sie dadurch nicht.

Unter den Sonnenschirmen des Kinderschutzbundes sind Mädchen und Jungen fleißig dabei, ihre Enten zu verzieren. Dadurch werden sie zwar nicht schneller, aber sie sind besser zu erkennen. Da gibt es Erdbeer-Enten, glitzernde Strass-Enten und tiefschwarze Exemplare. Nur wenige der kleinen Plastiktiere sind mit angeklebten Federn versehen: Die Heißklebepistolen müssen vom Netz genommen werden, um den schwachen Stromanschluss nicht zu überlasten.

Die Initiative „Nachhaltig in Rodgau“ verteilt an ihrem Infostand kleine Hefte mit Tipps gegen Plastikmüll & Co. Ein paar Meter weiter wird das Mittagessen auf Einwegtellern aus Kunststoff ausgegeben. Auch bei einem bewährten und beliebten Fest gibt es immer noch etwas zu verbessern.

VON EKKEHARD WOLF

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