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Junge Kunst in Rodgau im Blickpunkt

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Klima- und Umweltschutz hatten Bodelschwingh-Schüler und Jungendhaus-Künstler in den Mittelpunkt eines Projekts gestellt.
Klima- und Umweltschutz hatten Bodelschwingh-Schüler und Jungendhaus-Künstler in den Mittelpunkt eines Fotoprojekts gestellt. © Karin Klemt

Sieben Einzel-Aussteller und erstmals vier Schulen bei der JugendArt

Dudenhofen – „Wie bei einem Zaubertrank. Man schnippelt alles rein und dann kommt was Neues raus“. So skizziert Leonie Droege, wie ihre Kunst entsteht. Was die junge Dietzenbacherin meint, wissen alle, die am Wochenende die Ausstellung JugendArt in Dudenhofen gesehen haben. Und da gab es noch viel mehr, das hoffen lässt.

So hat die Jugend-Kunstschau im Dudenhöfer Jugendhaus nicht nur aus Sicht der Organisatoren von der städtischen Kultur-, Sport- und Ehrenamtsagentur um Gabi Ziegler einmal mehr ihre wichtigsten Zwecke erfüllt: Jungen Künstlern öffentlichen Raum zu geben, in dem Talente sich sichtbar entfalten können. Andererseits der Stadtgesellschaft jene Wahrnehmungsbarrieren aus dem Weg zu räumen, die gewöhnlich den Blick auf künstlerische Ausdrucksformen junger Menschen verstellen: der ewige Strom des Alltäglichen, gewohnheitsmäßige Skepsis oder schlicht die fehlende Gelegenheit.

Dem entgegen wirkt die JugendArt seit ihrer Premiere 2012. Mit sieben Einzel-Ausstellern und erstmals vier Schulen erreichte die Beteiligung diesmal einen ähnlichen Umfang wie im Durchschnitt vor der Pandemie. Neu dabei war die Dietzenbacher Waldorfschule. Gabi Ziegler hatte dort vor einigen Wochen eine Präsentation von Schülerarbeiten gesehen, die sich am Farbkanon des Bauhaus-Künstlers Lionel Feininger orientieren - eine sehenswerte Bereicherung im Jugendhaus an der Freiherr-vom-Stein-Straße.

Im Kunstunterricht unterschiedlicher Altersstufen an der Rodgauer Heinrich-Böll-Schule, der Geschwister-Scholl-Schule und der Claus-von-Stauffenberg-Schule entstand die Mehrzahl der Bilder, Plastiken und Objekte, die am Samstag und Sonntag im Erd- und Untergeschoss des Jugendhauses ihr Publikum fanden.

Ein Kooperationsprojekt der städtischen Jugendbetreuung mit dem Jugendbildungswerk (JBW) des Kreises Offenbach bezog auch die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule in Weiskirchen ein: Gemeinsam hatten sich Förderschüler mit und ohne Behinderung an das Thema Klimaschutz gewagt, waren in der Natur auf Spurensuche gegangen und hatten deren Bedrohung durch achtlos weggeworfenen Müll ins Bild gesetzt. Die Fotogalerie, die dabei herauskam, entstand nach Worten von JBW-Pädagogin Sabine Ehret mittels Cyanotypie, einem Verfahren auf Algenbasis aus dem 19. Jahrhundert.

In der Wahl ihrer Motive und Techniken bewiesen die jungen Künstler auch diesmal erstaunliche Vielseitigkeit - gleich ob daheim in den Ateliers oder direkt vor Ort. Workshops und Mitmachaktionen boten Gelegenheit, sich im Schmieden von Metallobjekten, mit der Sprühdose an Taschen und T-Shirts zu versuchen oder an der Wimpelkette mit zu basteln, die sich einst durch ganz Rodgau ziehen soll. Manchen bot die Ausstellung eine die erste Chance im Rampenlicht - etwa dem 16-jährigen Filip Tomic, der sich vor der offiziellen Eröffnung mit seinem Akkordeon vorstellte. Andere wie Elektra Adler (17) und ihr elfjähriger Cousin Henry Schallmayer haben die JugendArt schon früher bereichert. Ganze Skizzenblöcke mit Acryl- und Buntstiftzeichnungen hatte der jüngste Aussteller mitgebracht. Seine Cousine experimentiert mit Graffiti-Collagen und diversen Maltechniken.

Vielseitigkeit zeichnet auch Leonie Droege aus. Großformatige Charakter-Portraits sind ihr Hauptgenre. Außerdem befasst sie sich gern mit Mode und Schmuck und setzt markantes Design in Kunstwerke um. Seit zwei Jahren arbeitet die junge Kreative vorwiegend digital - nicht nur, weil bei der Bewerbung zum Kunststudium ein Online-Portfolio verlangt wird, sondern auch aus praktischen Gründen: „Man kann ganz viele Sachen nehmen und alle zusammenbringen“, sagt sie. Eben dieses freie Kombinieren verstehe sie unter Kunst.  zrk

Leonie Droege zeigte bei der JugendArt großformatige Charakterportraits, bestechende Design-Studien und gewährte Einblick in ihr Skizzenbuch (Foto).
Leonie Droege zeigte bei der JugendArt großformatige Charakterportraits, bestechende Design-Studien und gewährte Einblick in ihr Skizzenbuch (Foto). © Klemt
Schon öfter haben Elektra Adler und ihr Cousin Henry Schallmayer bei der JugendArt ausgestellt. Sie zeigte diesmal experimentelle Graffiti-Collagen, seine Spezialität sind Zeichnungen mit Acryl oder Buntstift.
Schon öfter haben Elektra Adler und ihr Cousin Henry Schallmayer bei der JugendArt ausgestellt. Sie zeigte diesmal experimentelle Graffiti-Collagen, seine Spezialität sind Zeichnungen mit Acryl oder Buntstift. © Klemt

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