Ostereierkunst aus Rodgau

Kein Ei wie das andere

Die Tiermalerin Daniela Pulwey macht aus schlichten Eiern Kunstwerke. Und das in allen Größen.
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Die Tiermalerin Daniela Pulwey macht aus schlichten Eiern Kunstwerke. Und das in allen Größen.

Wären normale Zeiten, hätte die Tiermalerin Daniela Pulwey jetzt Hochsaison. Gewöhnlich bereichert sie alljährlich ab Aschermittwoch bundesweit sieben Oster- und Ostereiermärkte mit ihren filigranen Unikaten aus dem eigenen Atelier in Jügesheim. Einschließlich Ostern hat sie dann alle Hände voll zu tun. Doch Corona vermasselt der talentierten Frau nun schon zum zweiten Mal in Folge das Geschäft.

Rodgau - Rodgauer kennen Daniela Pulwey von Ausstellungen und spektakulären Projekten: Am Badesee verschönerte sie 2015 eine riesige Betonmauer mit farbenfrohen Motiven. Und an der Außensitzgruppe des Hauses der Begegnung weckt ihre Illusionsmalerei seit 2016 mediterrane Urlaubsgefühle.

Ein Spezialgebiet der gelernten Einzelhandelskauffrau sind Ostereier mit Tiermotiven. Das Wissen und Können dazu hat sie sich autodidaktisch und in Seminaren für Tiermalerei angeeignet. Zu sehen sind die Produkte ihres Schaffens gewöhnlich auf Märkten in Seligenstadt, Michelstadt, Lampertheim, im Schloss Schwetzingen, im Frankfurter Dominikanerkloster oder auch in der Leipziger Börse. Die Pandemie durchkreuzt dies alles. „Das ist eine Katastrophe“, kommentiert die Künstlerin die Folgen für ihr Gewerbe. Kunden dürfen ihr Atelier derzeit nur einzeln und unter strengen Auflagen besuchen. „Das ist mit einem Lauf wie auf einem Markt natürlich nicht zu vergleichen.“ Da hilft auch wenig, dass die Jügesheimerin die auf ihrer Internetseite präsentierte und per Mail oder Telefon bestellte Ware gut gepolstert verschicken kann.

Vergangenes Jahr konnte Daniela Pulwey noch einen Markt im Kloster Eberbach und einen in der Schlossscheune in Fußgönheim nahe Mannheim besuchen, dann war’s vorbei mit der farbenfrohen Herrlichkeit. „Ich dachte damals schon: Super, es läuft bombe. Das wird mein bestes Jahr. Aber dann kamen die Absagen und ich habe zu Hause gesessen und geheult“, wird es ihr beim traurigen Rückblick ganz anders. Jetzt lagern 500 Eier mit etwa 120 Tiermotiven in der Werkstatt am Starkenburgring – vom kleinen Wachtelei über Eier von Fasan, Huhn, Pute, Gans, Nandu, bis zum wuchtigen Straußenei. Allesamt ganz wunderbar von Hand gestaltet.

Die Arbeitsschritte vom schlichten Ei bis zum einmaligen Kunstwerk sind immer gleich: Loch ins Ei bohren, Inhalt abpumpen, innen ausspülen, vier- bis sechsmal mit Acrylfarbe grundieren, dann das Motiv mit Bleistift vorzeichnen und mit Ölfarbe malen. Zuletzt kommt das Bändchen zum Aufhängen an die Reihe.

Wegen der langen Trocknungszeiten zwischendurch dauert es bis zu drei Tage, bis einer der ovalen Hingucker fertig ist.

Die Rohlinge stammen von Geflügelzüchtern, aus dem Supermarkt und von einem Roh-Eier-Stand auf den Ostermärkten. Als Vorlage dienen der Malerin Tierfotos, die sie im Zoo oder auch schon im Urlaub in Afrika geschossen hat. Kein Wunder also, dass selbst Exoten die Eier zieren: Antilopen, Tukan, Flamingo, Walross, diverse Raubtiere und Dickhäuter.

Die Kunden müssen auf einheimische Tierarten aber freilich nicht verzichten: Hase, Dachs, Wildschwein & Co. gehören selbstverständlich zum vielseitigen Sortiment. Und das serienweise und in allen Größen.

Infos im Internet

tiermalerei-pulwey.de

Von Bernhard Pelka

Exotische Eiermotive.
(Oster-)Hasen in vielen Variationen.

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