Hinweisgeber frei, Ex-Frau in U-Haft

Leiche im Wald entdeckt: Kein Hinweis auf Tötungsdelikt

Hainhausen - Der Fund einer männlichen Leiche in einem Wäldchen bei Hainhausen lässt weiterhin Fragen offen. Bei der Obduktion ließ sich die Todesursache nicht mehr feststellen, wie die Staatsanwaltschaft Gießen berichtet: Die Verwesung war schon zu weit fortgeschritten.

Es gebe keine Hinweise auf Gewalteinwirkung. „Die Ermittlungen in Bezug auf das Tötungsdelikt sind keineswegs abgeschlossen“, sagt der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, Thomas Hauburger. Die aufwendigen toxikologischen Untersuchungen dauerten voraussichtlich noch einige Zeit.

Ein vorläufig festgenommener 45-jähriger Mann aus Rockenberg wurde aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Er hatte die Beamten zu dem Fundort geführt und ausgesagt, er habe den Leichnam gemeinsam mit seiner Ex-Ehefrau (39) dort abgelegt. Bei dem Toten handele es sich um ihren aktuellen Ehemann. Er sei in der Wohnung der 39-Jährigen aus einer ungeklärten, aber natürlichen Ursache gestorben.

Warum die beiden den Verstorbenen dennoch ins Auto verfrachteten und im Wald verscharrten, gehört zu den vielen offenen Fragen. Details aus den Aussagen will die Staatsanwaltschaft derzeit nicht verraten. Sie klangen aber offenbar so plausibel, dass sie keinen dringenden Tatverdacht begründeten.

Die wichtigsten Notruf-Nummern

Während der Hinweisgeber aus Rockenberg wieder auf freiem Fuß ist, sitzt seine Ex-Frau in Untersuchungshaft. Sie bestreitet jegliche Beteiligung. Der Haftrichter schickte sie wegen einer anderen Sache hinter Gitter: Sie steht im dringenden Verdacht, ihren Ex-Ehemann dreimal massiv körperlich misshandelt zu haben, zuletzt vor einigen Wochen. Die 39-Jährige ist laut Staatsanwaltschaft einschlägig vorbestraft.

Nun werten die Ermittler einen Computer, Handys und diverse Unterlagen aus, die sie in den Wohnungen der beiden Beschuldigten sichergestellt haben. (eh)

Rubriklistenbild: © Wolf

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