Einziges Oberstufengymnasium in Rodgau

Claus-von-Stauffenberg-Schule wird 40 Jahre alt

1981 zieht die Schule um: Schüler Wolfram Beutler malte sein Bild damals aus diesem Anlass.
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1981 zieht die Schule um: Schüler Wolfram Beutler malte sein Bild damals aus diesem Anlass.

Es ist vor allem die Offenheit, die Dagmar Emmerich an der Rodgauer Claus-von-Stauffenberg-Schule schätzt. Aus Sicht der Schulleiterin gilt das sowohl inhaltlich als auch räumlich. Sie empfindet Gebäude und Atmosphäre als einladend. Dass auch die Türen in der Verwaltung immer offen stehen, ist kein Spruch, sondern ein ernsthaftes Angebot, sich immer mit Fragen und Problemen zu melden.

Rodgau - Die Pädagogin ist überzeugt, dass die reine Oberstufenschule für viele Schüler eine große Chance mit sich bringt: Sie müssen durch den Schulwechsel „Altlasten“ nicht länger mit sich herumschleppen, sondern können in Dudenhofen einen Neustart wagen und aus alten Mustern ausbrechen.

Die derzeit etwa 620 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 14 und 19 Jahren haben alle das Abitur im Blick und müssen für eben dieses Ziel fit gemacht werden. Doch sie bringen dafür gute Voraussetzungen mit: „Sie sind selbstständig und motiviert“, bescheinigt die Schulleiterin.

Rodgauer Schule ist einzigartig im Kreis Offenbach

Weil die Schüler aus dem gesamten Rodgauer Schulverbund kommen, ist die Mischung bunt. Je nach Nachfrage kommen Leistungskurse zustande, die woanders nicht angeboten werden können, sagt Dagmar Emmerich: Informatik, Kunst, Musik, Spanisch. „Eigentlich alles außer Religion.“

Die Stauffenbergschule ist die einzige ihrer Art im Kreis Offenbach: „Es gibt keine kleinen Schüler, deswegen haben wir so eine Art Uni-Campus-Atmosphäre“, erzählt die Leiterin.

Die Corona-Pandemie hat vielen Menschen in diesem Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das ist auch bei einem Schuljubiläum nicht anders. Die Claus-von-Stauffenberg-Schule in Dudenhofen ist nämlich 40 Jahre alt geworden. Doch die Feier zum Geburtstag ist um ein Jahr verschoben. Im August 2021 soll auch der Förderverein gefeiert werden, der in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen begehen wollte.

Im August 1980 nahm die Schule mit 74 Schülerinnen und Schülern provisorisch ihren Betrieb auf in Pavillons an der Georg-Büchner-Schule in Jügesheim. Dr. Fredi Ruths war damals kommissarischer Chef (und leitete die Einrichtung bis 2014). Vier hauptamtliche und 15 abgeordnete Lehrer von den Schulen der Umgebung teilen sich die Arbeit. Eine besondere Herausforderung war der Sportunterricht, weil verschiedene Turnhallen genutzt werden mussten.

Da sich die Fertigstellung des Neubaus wegen schlechter Wetterbedingungen immer wieder verzögert, zieht die Schulgemeinde erst im November 1981 um nach Dudenhofen. Der Standortwechsel findet an zwei beweglichen Ferientagen statt. Schüler Wolfram Beutler malt aus diesem Anlass das Bild vom Rattenfänger.

Im Januar 1982 wird die Schule offiziell übergeben. Leider hatten die damaligen Entscheider bei diesem Akt keine Schüler vorgesehen. Doch diese kontern mit einem „Oppositionscafé“ mit einem eigenen kalten Buffet.

Die Abkürzung GOS hält sich hartnäckig

Der Name, den die Einrichtung schließlich im Jahr 1984 bekam, ignoriert den Wunsch der Schulgemeinde: Die hätte nämlich den Namen Marie-Curie-Schule gern gesehen, doch der Kreistag beschloss Claus-von Stauffenberg-Schule. Weil die Schule also schon einige Jahre ohne richtigen Namen existierte, wurde sie nur als GOS (Gymnasiale Oberstufenschule) bezeichnet. Die Abkürzung hält sich hartnäckig bis heute.

1986 wurde endlich die eigene Sporthalle auf dem Gelände in Dudenhofen eingeweiht. Erst dann hörten die Touren zu den Sportstätten umliegender Schulen auf.

In den Jahren zuvor hatten sich Eltern und Lehrer dafür eingesetzt, dass Schüler endlich auch in Rodgau das Abitur machen können. Denn im Jahr 1977 endeten alle Schulformen mit der Klasse 10. Der Kreistag stimmte der Initiative für eine gymnasiale Oberstufe schließlich zu.

Wann kommt die Erweiterung?

Doch die Einrichtung ist inzwischen längst an ihre Grenzen gestoßen. An vielen Stellen muss nachgebessert werden. Längst sei insbesondere die Ausstattung der naturwissenschaftlichen Räume nicht mehr auf dem neuesten Stand, sagt Alexander Schulte-Sasse. Der stellvertretende Schulleiter sieht Nachrüstungsbedarf: „Wir haben auch nur einen echten Musikraum, ein zweiter müsste her.“

Über kurz oder lang komme man an einem Anbau oder weiterem Gebäudeteil nicht vorbei, ist das Schulleitungsteam sicher.  

Von Simone Weil

Dagmar Emmerich und Alexander Schulte-Sasse vor der Schule.

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