Kassenärzte-Vereinigung erkennt Bedarf

Kinderärztin darf aufstocken

Nieder-Roden - Die Kinder- und Jugendarztpraxis in Nieder-Roden darf ab Juli mehr Patienten behandeln. Der Berufungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen hat am Mittwoch einen zusätzlichen halben Kassensitz genehmigt.

„Es geschehen noch Wunder“, freut sich Dr. Andreas Hinkel, der fast ein Jahr lang um eine personelle Aufstockung gekämpft hatte. Dr. Nadine Gerhold-Stieb, die seit sechs Jahren als Jobsharing-Assistentin in der Praxis angestellt ist, kann nach den Sommerferien 20 statt bisher 13,5 Stunden pro Woche arbeiten. Die Deckelung des Praxisbudgets wird ab Juli aufgehoben. Mit Beginn des Jobsharings war das Budget eingefroren worden. Damit war es nicht mehr möglich, den steigenden Patientenzahlen gerecht zu werden. Im vergangenen Jahr behandelte das Ärzte-Duo mehr als 1500 Patienten im Vierteljahr, der landesweite Durchschnitt lag bei 1100.

Die Kinderarztpraxis am Puiseauxplatz verhängte im Sommer letzten Jahres einen Aufnahmestopp. Sogar Neugeborene wurden fortgeschickt. Auch mehrere Kollegen im Umkreis nahmen keine neuen Patienten mehr auf. Hunderte von Eltern forderten per Unterschrift mehr Kinderärzte in Rodgau.

Dennoch erkannte die KV keinen erhöhten Bedarf. Der Zulassungsausschuss lehnte den Antrag von Hinkel und Gerhold-Stieb im Dezember ab. Begründung: Im Kreis Offenbach sei die Versorgung mit Kinderärzten gesichert.

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Der Widerspruch von Dr. Hinkel hatte Erfolg. Der Berufungsausschuss genehmigte einen zusätzlichen halben Kassensitz. Bei steigendem Bedarf sei es möglich, in zwei Jahren einen weiteren halben Sitz dazuzubekommen.
Die Entscheidung gebe „die erhoffte Möglichkeit, die Kinder in der Stadt Rodgau besser kinder- und jugendärztlich versorgen zu können“, betont Hinkel: „Wir wissen aber auch, dass wir vermutlich trotzdem irgendwann wieder an Kapazitätsgrenzen stoßen werden.“ (eh)

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: dpa

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