Schlechte Nachricht aus Rodgau

Kinderärztin sagt Rodgau im letzten Moment ab

Kinderarzt
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Die Kinderärztin, die zugesagt hatte, sich zum Januar 2021 in Weiskirchen in einer leeren Praxis niederzulassen, hat im letzten Moment abgesagt. (Symbolbild)

Aus dem Rathaus kommt eine sehr schlechte Nachricht. Die Kinderärztin, die zugesagt hatte, sich zum Januar 2021 in Weiskirchen in einer leeren Praxis niederzulassen, hat im letzten Moment abgesagt. Die knapp 40-Jährige kam nach Monaten der Vorbereitung zu dem Schluss, dieser Aufgabe dann doch nicht gewachsen zu sein.

Rodgau - Nicht zu fassen: Die Kinderärztin, die schon zugesagt hatte, sich in Weiskirchen anzusiedeln, hat im letzten Moment abgesagt. In der leeren Praxis an der Hauptstraße 111, in der sich die Frau hatte niederlassen wollen, hatte bis zu ihrem Tod im August 2019 Dr. Marion Kindling-Rohracker gewirkt. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KV) schickte als Notbeauftragung danach zwar mehrere Ärztinnen als Ersatz – mit der Option der Praxisübernahme. Doch alle Hoffnungen zerschlugen sich. Keine wollte bleiben. Am 31. Januar 2020 war endgültig Schluss. Seither befinden sich Eltern mit ihren kranken Kindern in einer Notlage.

Hilfe deutete sich an, nachdem ein ganzes Netzwerk aus Beteiligten die neue Ärztin an Land gezogen hatte. Die Stadt mietete vorsorglich die leere Praxis an, um sie vorzuhalten. Die KV machte den Weg für die Niederlassung eines weiteren Kinderarztes auf Basis eines Sonderbedarfssitzes frei. Eine Bürgerinitiative sammelte 6 500 Unterschriften für eine Petition, die das Parlament unterstützte. Und jetzt die Absage! „Das ist sehr bedauerlich und trifft uns völlig unerwartet“, sagt Bürgermeister Jürgen Hoffmann schockiert. Unmittelbar nach der Absage habe die städtische Wirtschaftsförderung begonnen, alle ihre Kontakte im Gesundheitswesen mit dem Ziel anzusprechen, die Suche nach einem Kinderarzt erneut aufzunehmen. Hierzu gehöre die Ansprache von bereits in der zurückliegenden Such-Phase angesprochenen Kinderärzten und Kontaktpersonen, die Konsultation des Stellenmarkts auf der Plattform „KV Börse“ und die Ansprache von Spezial-Maklern. Bürgermeister Hoffmann ist zuversichtlich, dass die KV den Sonderbedarfssitz für einen Kinderarzt derweil aufrecht erhält.  (bp)

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