Blick zurück

Kirche St. Nikolaus bald 150 Jahre alt - Bildband entsteht

+
Rainer und Thomas Fuchs (sitzend, von links) und Werner Koser (stehend) arbeiten am 150-Jahre-Bildband. J  Foto: Pelka

Jügesheim - Es ist zwar noch eine ganze Weile hin bis zum 150. Geburtstag der Kirche St. Nikolaus. Die Vorbereitungen für das große Jubiläumsfest haben aber trotzdem schon begonnen. Von Bernhard Pelka

Im Jahr 2021 ist es 150 Jahre her, dass der Mainzer Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler sechs Jahre vor seinem Tod die katholischen Kirche St. Nikolaus weihte. Die Gemeinde wird daran angemessen erinnern. Geplant ist eine Veranstaltungsreihe unter dem Leitwort „Damals wie heute: gemeinsam Glaube leben – 150 Jahre St. Nikolaus“. Über ein ganzes Jahr hinweg, von Kerbmontag 2020 bis Kerbsonntag 2021, führen Konzerte, Vorträge, die Veranstaltung „Giesemer Gebabbel“, Lichtinstallationen und mehr auf das wichtige Datum hin. Yvonne Hartelt, Heiko Mark, Herbert Massoth, Martin Jendrysik und Werner Koser sind für die Organisation verantwortlich.

Früheres Wandbild im Chorraum der Kirche St. Nikolaus „Jesus – göttlicher Kinderfreund“. Es wurde 1966 bei der Renovierung übermalt.

Ein Baustein im Festreigen wird ein umfangreicher Bildband zur Geschichte des Gotteshauses sein. Im Wesentlichen stützt sich diese Chronik in Bildern (und wenigen Worten) auf den reichen persönlichen Fundus von Rainer und Thomas Fuchs. Über Generationen hinweg hat ihre Familie die Geschichte der Kirche begleitet und dokumentiert. Inzwischen füllen die Fotos 16 Alben. Hinzu kommen vier dicke Ordner mit ausgeschnittenen Zeitungsartikeln, die sich mit St. Nikolaus befassen. Dieser wertvolle Erinnerungsschatz der Jügesheimer Brüder kam nicht durch Zufall oder aus einer Laune heraus zustande. Vielmehr ist ihre Familie mehr als eng mit dem Kirchengebäude verbunden. Die Zusammenhänge sind markant: In der Zeit der Neubauplanung und des Baus war Peter Fuchs, ein Vorfahre, im Kirchenvorstand aktiv. Verheiratet war er mit Maria-Theresia Fuchs, geborene Walter aus Miltenberg. Deren Familie besaß Steinbrüche und Transportschiffe.

Aus Walterschen Steinbrüchen stammt der Sandstein für den Kirchenneubau. Mit dem Schiff erreichte die tonnenschwere Last auf dem Main zunächst Seligenstadt. Mit Pferdefuhrwerken ging es weiter nach Jügesheim. Geplant war der Bau zunächst lediglich einschiffig. Doch Maria-Theresia Fuchs stiftete das Baumaterial für ein Seitenschiff rechts vom Haupteingang. Die ganze Familie spendete im Lauf der Jahre Geld für Kirchenfenster und streckte finanzielle Leihgaben vor.

Kommunion und Konfirmation 2018 in der Region: Bilder

Der Abstimmungsprozess darüber, welche Fotos den Bildband schmücken sollen, hat begonnen. Urkunden, Texte, Bilder, Zeitungsartikel: Alles wird gesichtet. Zur Arbeitsgruppe gehören auch Werner Koser, Pfarrer Hermann Differenz (Lorch), Alois Sahm und Kirchenrechner Norbert Sattler. Die Brüder Fuchs werden die ausgewählten Bilder einscannen, parallel wird getextet. Im September 2020 soll alles fertig sein. Dann werden erhellende Kurzgeschichten rund um St. Nikolaus zu lesen sein. Vielleicht auch diese: Da es der Kirchengemeinde außerhalb von Jügesheim verboten war, Spenden für ihr ehrgeiziges Neubauprojekt zu sammeln, sprang die politische Gemeinde von Jügesheim ein. Sie verpachtete Wald zu Wirtschaftszwecken und trug mit dem Erlös von 50 .000 Gulden zum Kirchenbau bei. Die restlichen 10 .000 Gulden, die man für den Anfang brauchte, kamen aus Spenden zusammen.

Wer kann zur Bilderchronik 150 Jahre St. Nikolaus Fotos oder Dokumente beisteuern? Im Pfarrbüro melden.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare