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Kunstschau lehrt auch Demokratie

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Von: Simone Weil

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Bei dieser Arbeit hat Esther Keller assistiert.
Bei dieser Arbeit hat Esther Keller assistiert.

Rodgau – Zur Erfolgsgeschichte hat sich die Rodgau Art gemausert: Mit 82 Künstlerinnen und Künstlern, die sich vom 25. bis zum 27. Oktober im Bürgerhaus Nieder-Roden präsentieren, ist ein neuer Rekord erreicht. Dabei geht es den Ausstellungsmachern freilich nicht um Quantität.

„Trotz aller Mühen, zu reduzieren, werden es immer mehr“, sagt Gabriele Ziegler von der Agentur für Sport, Kultur und Ehrenamt (AKSE).

Schließlich ist der Platz begrenzt. Doch die Zahl der Bewerbungen steigt – auch von auswärts. Längst kommen Anfragen nicht nur aus Rodgau und der Region, sondern aus dem ganzen Bundesgebiet. Bei der aktuellen Schau beispielsweise sind Künstler aus Krefeld, Heidelberg und Kassel vertreten.

Aus 130 Bewerbungen wurde ausgesucht. „Viele kommen von selbst auf uns zu“, berichtet Gabriele Ziegler. Das ist vor allem ein Kompliment an die Veranstalter, denn inzwischen hat sich wohl herumgesprochen, dass es sich um eine ambitionierte Ausstellungsreihe handelt.

„Das ist jedes Jahr eine Herausforderung für uns“, meint Kulturdezernent Winno Sahm. Herausgekommen ist ein kunterbuntes und vielfältiges Spektrum von Skulpturen aus verschiedenen Materialien, Malerei, Grafik, Druck und Fotografie. Diese Präsentation von Kunst mit hoher Qualität begreift Sahm auch als Beitrag zu einem offenen, demokratischen Gesellschaftssystem.

Mit dabei ist die Bodypainterin Esther Keller aus Hainburg, frisch gebackene Vizeweltmeisterin im Bodypainting. Sie wird in der Ausstellung live ihr Modell am Freitag mit dem Thema „Metamorphose“ bemalen und stellt am Samstag „Kleidungsmalerei“ vor. Eine Glaskünstlerin aus Bad Homburg zeigt filigrane Objekte, die wie feine Netzwerke scheinen.

Viele weitere ausdruckstarke Skulpturen anderer Künstler verteilen sich auf die Ausstellungsräume. Auch auf der Bühne entsteht ein spannendes Netzwerk durch Aktionskünstlerin Nicole Jänes. Die Fotokünstlerin Schamschula aus Frankfurt hat sich Details aus den Oberleitungen der Bahn als Motive gewählt und präsentiert komische Figuren, die sie im Kabelwirrwarr entdeckt und denen sie witzig-charmante Namen gibt.

Andere Fotografen tüfteln sehr lange an Techniken der Wiedergabe und haben Eindrucksvolles zu berichten. Das Gespräch mit den Künstlern bietet sich immer an. Auch die Wimpelkette wird gezeigt, die irgendwann Rodgau von Nord nach Süd durchziehen soll. Besucher können vor Ort Wimpel mit einer Widmung versehen.

Der Klangkünstler Bernd-Michael Land lädt im Casino mit elektronischen Klängen und Gongs zu einer kleinen Auszeit von den optischen Eindrücken ein. 30 Künstler kommen aus Rodgau, darunter sind sechs das erste Mal dabei. Insgesamt gibt es 30 Premierenaussteller.

Neu sind auch die Stellwände im großen Saal und teilweise in der Halle. Die Stellwände sind bodentief, bieten dadurch eine ansprechendere Präsentationsfläche und strahlen mehr Ruhe im Raum aus. Das lässt die Objekte schöner wirken und entspannt das Auge des Betrachters. Ein echter Gewinn.

Auch wenn die Schau mit Anspruch konzipiert ist, so erlaubt sie jedermann den Besuch. Und tatsächlich lockt das Wochenende im Oktober oft viele Bürger, die es üblicherweise nicht zu solchen Präsentationen zieht. Auch der freie Eintritt trägt eventuell dazu bei, dass Hürden gar nicht erst aufgebaut werden.

Durch die Schau führt Winno Sahm kenntnisreich und unterhaltsam am Samstag, 26. Oktober, um 16 Uhr und am Sonntag, 27. Oktober, um 15 Uhr. Das Werkstattgespräch am Sonntag um 11.30 Uhr dreht sich diesmal um Kunstwerkzeuge. Sahm moderiert das Gespräch mit vier Künstlern. Während der Ausstellungstage verpflegt das Team des SOS-Helferkreises die Besucher in charmanter Weise mit Kaffee, Kuchen, Getränken und Deftigem.

Vernissage für alle ist am Freitag, 25. Oktober, um 19 Uhr. Kulturdezernent Winno Sahm wird die Ausstellung eröffnen. Das „14 String Duo“ (Torsten Buckpesch und Rolf Plaueln) aus Offenbach unterhält an diesem Abend schwungvoll mit Blues, Jazz, Bossa Nova.  siw

Infos im Internet

kultur@rodgau.de.

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