Betrieb in Jügesheim hat nach Verkauf nur noch 29 Arbeitsplätze

Lactec will nach Insolvenz in Rodgau an alte Erfolge anknüpfen

Die Lactec GmbH im Gewerbegebiet Jügesheim
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Neuer Firmenname an der Fassade: Die bisherige Eisenmann Lactec GmbH im Gewerbegebiet Jügesheim gehört nun zur xtraPart-Gruppe und firmiert als Lactec GmbH.

Der Lackieranlagen-Hersteller Lactec ist gerettet. Nach einer Insolvenz gehört der Betrieb nun zu einer anderen Unternehmensgruppe. 29 der zuletzt 57 Arbeitsplätze bleiben erhalten.

Jügesheim ‒ Der Systemanbieter für Lackiertechnik in Jügesheim besteht seit rund 30 Jahren. Er baut elektrostatische Lackieranlagen, unter anderem für Fahrradhersteller, Apparatebau und die Autoindustrie.

2015 wurde Lactec ein Teil der Eisenmann-Gruppe aus Baden-Württemberg. Ende Juli 2019 meldete die Eisenmann SE Insolvenz an. Auch das Rodgauer Unternehmen war davon betroffen. Die Arbeit ging mit reduzierter Belegschaft weiter – auch während der Corona-Zeit.

Insolvenzverwalter Joachim Exner (Nürnberg) hat Lactec an ein Dienstleistungs- und Fertigungsunternehmen für die Lackierindustrie im Taunus verkauft. Der Geschäftsbetrieb wurde zum 1. Dezember übertragen.

An der Fassade des Werksgebäudes in Jügesheim hängt nun das Logo der xtraPart GmbH (Friedrichsdorf). Die neue Lactec GmbH ist mit xtraPart verflochten. Das hängt mit dem früheren Lactec-Geschäftsführer Winfried Ott zusammen, der seit einigen Monaten Co-Geschäftsführer der xtraPart GmbH ist. Er hat dort den Geschäftsbereich „Automatische Lackieranlagen“ begründet.

„Für die Kunden der Eisenmann Lactec GmbH ist durch die Übernahme sichergestellt, dass ihre Lackieranlagen weiterhin kompetent betreut und mit Serviceleistungen versorgt werden“, betont Ott in einer Pressemitteilung. Die neue Lactec GmbH verbinde Kompetenz und Erfahrung mit dem Engagement eines Startup-Unternehmens. Das seien gute Voraussetzungen, um an die Erfolge der früheren Lactec anzuknüpfen. Nach der Übernahme könne xtraPart die gesamte Technik „zwischen Lackbehälter und Zerstäuber“ anbieten.

„Der Standort und ein wesentlicher Teil der Arbeitsplätze bleiben erhalten“, schreibt das PR-Büro des bisherigen Insolvenzverwalters. Tatsächlich ist die Mitarbeiterzahl auf knapp ein Drittel zusammengeschrumpft. Die Eisenmann Lactec GmbH hatte mehr als 100 Beschäftigte, wie man noch in dieser Woche auf ihrer Internetseite lesen konnte. Bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens waren noch 77 Mitarbeiter angestellt, seither haben 20 gekündigt. 29 der zuletzt 57 Arbeitsplätze bleiben übrig.  eh

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