24-Stunden-Lauf

Rekord: 180 229 Euro gespendet

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Bei sommerlichem Sonnenschein schickte EVO-Vorstandsvorsitzender Michael Homann die Läufer auf die Bahn. Mit dabei auch eine Rollstuhlfahrerin als Solo-Teilnehmerin.

Dudenhofen (eh) - Mit einem unerwartet hohen Spendenaufkommen ist der 24-Stunden-Lauf am Sonntag um 12 Uhr zu Ende gegangen. Rund 400 Läufer haben 180 229 Euro an Spenden für Verein und Stiftung „Gemeinsam mit Behinderten“ mobilisiert.

Der Lauf war auch sportlich ein Erfolg: Erstmals seit Jahren wurde wieder die 1000-Runden-Marke geknackt.

Mit Humor berichtete Lothar Mark, der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, von dem Spendenrekord: „Schade, dass das Haus Emmanuel in der Vordergasse 26 schon sein Dach hat - sonst könnten wir einen Stock höher bauen.“

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Fast 200.000 Euro Spenden mobilisiert

Die Veranstalter waren mit dem Ziel angetreten, die Spendensumme von 2011 zu toppen (130 500 Euro). Schon nach zehn Stunden war die Hälfte davon in der Kasse. Am Sonntagmorgen überschlugen sich dann die Spenden, bis der Rekord purzelte.

Arme in die Höhe: Etwa 200 Kinder aus vier Kindertagesstätten wärmen sich für den Kindergartenlauf auf.

Eine Schrecksekunde erlebten die Helfer im Infozelt kurz nach 12 Uhr: Die Datenbank der gelaufenen Runden war überlastet. Der Rechner stürzte ab. Der sportliche Leiter, Jürgen Pech, unterbrach den allgemeinen Freudentaumel mit der Nachricht vom Daten-GAU. Die erfassten Daten waren zwar vorhanden, aber niemand kam dran. Bis zur Siegerehrung um 13 Uhr blieb genug Zeit, den Fehler zu beheben. Die Kinder-Band „Stage Fighters“ überbrückte die Pause mit kernigem Rock. Bereits am Samstag Abend hatten Läufer und Besucher eine volle Packung Musik bekommen, unter anderem von der Rodgauer Band „Mob“.

Die Gäste am Rand der 400-Meter-Bahn erlebten nicht nur leistungsstarke Sportler, sondern auch so manche Jux-Einlage mit einem rennenden Huhn, einer Giraffe oder einer Prinzessin samt Perücke. Ein Läufer flitzte am Sonntagmorgen sogar im Borat-Kostüm über den Sand. Für die Endrunde wünschte sich ein Spender zwei junge Männer in Boxershorts.

Rollstuhlfahrerin war dabei

Den Applaus der Zuschauer und ihrer Sportkameraden hatten sich alle Teilnehmer verdient - und ganz besonders eine Rollstuhlfahrerin, die ganz allein 153 Runden absolvierte. Sportlicher Sieger wurde das Team „Main-Ausdauershop Niedernberg“ aus Aschaffenburg und Umgebung. Mit 1038 Runden (415,2 km) kratzten die zehn Läufer fast am Rekord (1063). Einer von ihnen, Timo Grub aus Münster, will beim Frankfurt-Marathon die Marke von 2:30 Stunden knacken.

Michael Homann, der Vorstandsvorsitzende der Energieversorgung Offenbach (EVO), hatte am Samstag den Startschuss gegeben. Gegenüber Journalisten zeigte er sich beeindruckt von der professionellen Organisation und vom Erfolg des 24-Stunden-Laufs. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wir nächstes Jahr dabei sind“, sagte Homann. Dann wolle er auch selbst mitlaufen: „Wie viele Runden ich schaffe, will ich noch nicht versprechen.“

Geld wert sind drei andere Zusagen, die der EVO-Chef mitbrachte. Als Hauptsponsor der Offenbacher Kickers will die EVO dafür sorgen, dass behinderte Mitglieder von „Gemeinsam mit Behinderten“ bei den Heimspielen freien Eintritt erhalten und in der VIP-Lounge bewirtet werden. Für Sommer 2013 kündigte Homann ein Benefiz-Freundschaftsspiel der Kickers gegen eine Best-of-Mannschaft der Rodgauer Fußballvereine an. Kleines Bonbon obendrauf: Für den Strom-Hausanschluss des Neubaus in der Vordergasse muss „Gemeinsam mit Behinderten“ nichts bezahlen. Der Gasversorger folgt diesem Beispiel: Die Maingau Energie GmbH schließt das Haus ebenfalls kostenlos an. Der Neubau wird voraussichtlich im Dezember eingeweiht, die ersten Bewohner können Anfang 2013 einziehen.

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