Büchereiteam in Rodgau beweist Einfallsreichtum und trotzt den Beschränkungen

Lesespaß aus der Wundertüte

In der Bücherei Jügesheim: Yvonne Hartelt und Nina Streib (rechts).
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Mit Fantasie halten die Büchereifrauen den Laden am Laufen: Yvonne Hartelt und Nina Streib (rechts).

Lesen macht Freude. Das war schon vor Corona so und wird auch danach noch so sein. Im Moment ist es vor allem eines der wenigen Vergnügen, die das ansteckende Virus den Bücherfans nicht mies machen kann. Deswegen ist es für viele Rodgauer ein echter Segen, dass die Büchereien in Nieder-Roden und in Jügesheim weiterhin so tolle Angebote machen.

Rodgau – Genauer gesagt: Das kleine Frauenteam um Leiterin Nina Streib lässt sich – trotz aller Einschränkungen – viel einfallen, um die Kundschaft nicht aus dem Auge zu verlieren. Das hilft ein wenig, vor allem den Nachwuchs sinnvoll zu beschäftigen und gegen die drohende Langweile anzukämpfen.

Einfallsreichtum ist gefragt, um die Kunden mit Lesestoff, Spielen, dem Kinderhörerlebnis Tonies und Hörbüchern bedienen zu können. So haben die Mitarbeiterinnen an beiden Standorten am Eingang ein Medien-Kiosk eingerichtet. Dort können Bestellungen abgeholt werden, die telefonisch oder per Mail eingegangen sind. Auch Rückgaben lassen sich dort problemlos und vor allem kontaktfrei erledigen.

Besonders einfallsreich ist die Bücher-Wundertüte: Wenn der Lesefan nicht weiß, was er bestellen soll, gibt er das Genre an und verrät, ob bluttriefende Krimis, Liebesgeschichten, Science-Fiction, Sachbücher oder etwa Fantasy zu seinen persönlichen Favoriten zählen. Vielleicht gibt es auch ein bestimmtes Werk, das toll angekommen und immer noch in guter Erinnerung ist? Solche grundlegenden Informationen machen es nämlich den Packerinnen der Überraschungstüten leichter. Diese Hinweise erlauben es ihnen, ähnlich interessanten Lesestoff zusammenzustellen. „Wir wollen es unseren Kunden ein bisschen einfacher machen, weil das Stöbern ja wegfällt“, erklärt Nina Streib.

Für viele Stammgäste ist das Aussuchen und Entscheiden für bestimmte Bände nämlich bereits ein großer Teil des Lesespaßes: das eine oder andere Buch aus den Regalen zupfen, die Klappentexte anlesen und entscheiden, ob der Band als Lektüre in Frage kommt, fällt derzeit leider unter den Tisch. Doch die Überraschungstüte ist mehr als eine charmante Notlösung und sie kommt sehr gut an. Die bunte Wundertüte gibt es übrigens auch für Familien: Dann können unter anderem auch DVDs, Zeitschriften und Hörbücher dabei sein.

Vor allem der Nachwuchs wird online unterhalten: Märchenerzähler, Puppentheater oder Bilderbuchkino sorgen per Internet für Abwechslung. Stadtbüchereimitarbeiterin Yvonne Hartelt hat außerdem das „Corona-Häschen“ eingelesen.

„Die Ausleihe der Gesellschaftsspiele ist enorm gestiegen und auch die Leselernbücher waren einfach alle weg“, berichtet Nina Streib. Vor den Lockdowns habe ein großer Ansturm auf die Bücherei eingesetzt. Das beweist, dass die Einrichtungen gerade in diesen Zeiten eine wichtige Rolle spielen.

Mit ihrem Team nutzt die Büchereileiterin die Zeit ohne Nutzer in den Bibliotheksräumen, um den Bestand zu sichten, auszusortieren und zu ergänzen. Geplant werden übrigens auch weitere Aktionen fürs neue Jahr. Und alle hoffen, dass man sich irgendwann wieder persönlich begegnen kann. Streib: „Wir vermissen unsere Kunden schließlich auch.“ (Von Simone Weil)

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