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Rodgau gegen Gehwegparker

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Viel zu eng: Ein parkendes Auto behindert eine Rollstuhlfahrerin auf dem Gehweg an der Nieuwpoorter Straße, wie ein Leser unserer Zeitung im Oktober dokumentierte.
Viel zu eng: Ein parkendes Auto behindert eine Rollstuhlfahrerin auf dem Gehweg an der Nieuwpoorter Straße, wie ein Leser unserer Zeitung im Oktober dokumentierte. © p/Seib

Die Stadt Rodgau geht weiter gegen Gehwegparker vor: An acht Stellen will die Ordnungsbehörde demnächst an Autofahrer appellieren, die Bürgersteige für Fußgänger freizuhalten. Wer keine Einsicht zeigt, muss in ein paar Wochen mit einem Bußgeld rechnen.

Um diese Straßen geht es: Jügesheim: Mühlstraße, Babenhäuser Straße.  Dudenhofen: Bachstraße, Am Rückersgraben. Nieder-Roden: Münchner Straße. Hainhausen: Ernst-Reuter-Straße, Jügesheimer Straße. Weiskirchen: Rödernweg.

Ähnlich lief es im vergangenen Jahr unter anderem auf einem Abschnitt der Babenhäuser Straße und auf der Falltorstraße. Die Stadt appellierte schriftlich an alle Anwohner, möglichst auf den eigenen Grundstücken zu parken. Gehwegparker fanden Hinweiszettel an ihren Autos. Einige Wochen später schrieben Ordnungspolizisten die ersten Knöllchen.

Rodgau: Gehwege sind keine Parkplätze

„Auch wenn es jahrelang geübte Praxis gewesen sein mag, bleibt das Parken auf dem Gehweg rechtswidrig“, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus: „Das gilt auch, wenn nur zwei Reifen des Autos auf dem Gehweg stehen.“ Die Aktion habe zum Ziel, dass die volle Gehwegbreite ihren eigentlichen Nutzern zur Verfügung steht. Die Aktion werde im Lauf der Zeit auf das ganze Stadtgebiet ausgedehnt: „Nach und nach müssen alle parkenden Fahrzeuge von den Gehwegen weichen.“

Die über viele Jahre geübte Praxis sei „weder gut noch zukunftsgemäß“, sagte Erster Stadtrat Michael Schüßler am Dienstag vor der Presse. Die Stadt versuche, „den Verkehrsraum so aufzuteilen, dass alle Verkehrsteilnehmer ein Mindestmaß an Sicherheit haben“.

Für Schüßler ist Gehwegparken kein Kavaliersdelikt: „Es gefährdet andere und greift in ihre Rechte ein.“ Ein Beispiel: Wenn Kinder bis zu acht Jahren laut Gesetz gemeinsam mit ihren Eltern auf dem Gehweg radeln dürfen, „dann soll das auch möglich sein“.

„Wir wollen eine Bewusstseinsänderung herbeiführen“, betont Ordnungsdezernent Schüßler. Es gehe der Stadt nicht darum, Autofahrer zu gängeln oder abzukassieren.

Parken auf dem Gehweg kostet 55 Euro Bußgeld - nicht nur in Rodgau

Wer unerlaubt auf dem Gehweg parkt, muss seit Herbst 55 Euro bezahlen. „Der neue Bußgeldkatalog tut den Menschen vielleicht weh, aber wir haben da keinen Ermessensspielraum“, sagt Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Vielleicht lasse sich ja mancher Verkehrssünder über den Geldbeutel überzeugen.

Die Haltung der Stadt Rodgau zum Gehwegparken hat sich in den letzten drei Jahren grundlegend gewandelt. Noch im November 2019 verzichtete die Ordnungspolizei auf Knöllchen, wenn für Fußgänger wenigstens ein Meter Platz blieb. Im Frühjahr 2020 begann die Stadt, die Verkehrssituation auf der Jügesheimer Ortsdurchfahrt neu zu ordnen. Auf der Dudenhöfer Straße ließ sie sogar Parkstände einzeichnen.

Einen Schritt weiter geht das Parkraumkonzept für Dudenhofen: 24 legale Parkstände an der Nieuwpoorter Straße sollen 87 illegale Gehwegparkplätze ersetzen. Zusätzlich soll die Dr.-Weinholz-Straße als Fahrradstraße mit einseitigem Parkstreifen ausgewiesen werden. Der Beschluss vom September 2021 soll in diesem Frühjahr in die Tat umgesetzt werden.  (eh)

Zwei Räder auf dem Gehweg sind zwei Räder zu viel. Kurz nach diesem Foto vom Februar 2020 wurden Parkstände auf der Dudenhöfer Straße markiert.
Zwei Räder auf dem Gehweg sind zwei Räder zu viel. Kurz nach diesem Foto vom Februar 2020 wurden Parkstände auf der Dudenhöfer Straße markiert. © Wolf

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