Meisterliche Tempo-Hobler

13 Teams ermitteln beim Herbstmarkt den 1. Hessischen Krautschneidemeister

Handarbeit war angesagt beim Einmachen von 450 Kilogramm vorgeschnittenem Kraut. In etwa acht Wochen ist es bereit zum Verzehr. Fotos: pelka

An die Hobel, fertig, los! Die 1. Hessische Krautschneidemeisterschaft stand auf dem Ludwig-Erhard-Platz im Zentrum eines Festivals rund um das gesunde Gemüse.

Dudenhofen – Fleißige Helfer des Gewerbevereins Rodgau-Dudenhofen (GvD) und dessen Chef Berthold Schüßler brachten als Veranstalter 650 Kilo Weißkrautköpfe an den Start. Auf Kommando schnitten 13 Mannschaften acht Minuten lang um die Wette, was Hände und Hobel hergaben. Am Ende hatte der Musikverein mit dem Team „Kohl & the Gang“ mit Jens Subtil, Mike Schnöring und Thomas Angersbach (35,7 Kilo) die Nase vorn und sicherte sich bei der vitaminreichen Premiere den Titel des hessischen Krautschneidemeisters. Bei den Frauen siegten Anna Lerch, Sybille Mahr und Yvonne Wagner (Team „Frauen Power“, 17,8 Kilo). Sie waren für den GvD gestartet.

Berthold Schüßler hatte extra aus Österreich Profi-Hobel mit Edelstahlmessern besorgt. Schließlich gab es beim Herbstmarkt zuletzt Probleme mit den Messern. Sie klemmten und beeinflussten das Wettschneiden. Gestern aber flutschte das Kraut im Nu durch den blanken Stahl. Bei strömendem Regen verfolgten viel weniger Zuschauer das Spektakel als in früheren Jahren. Die aber feuerten kräftig an: klatschen, rufen, pfeifen. Besucher und GvD-Mitglieder verarbeiteten überdies 450 Kilo geschnittenes Kraut, das in Speiskübeln zum Einmachen bereitstand. Schüßler vermischte das Ganze mit Salz, Wachholderbeeren und Loorberblättern. Dann hieß es: stampfen, stampfen, stampfen.

Leckeren Kuchen gab es bei der Frauenhilfe.

Höhepunkt des Zwei-Tage-Fests war zwar der Krautschneidewettbewerb. Interesse fanden aber auch Verkaufs- und Aktionsstände, die zum Mitmachen, Ausprobieren und Mitnehmen einluden. Wer’s süß mochte, war bei Ex-Fastnachtsprinzessin Tanja Lehmberg richtig. An ihrem Wagen reichte sie heiße Waffeln am Stiel. Deftiges gab’s beim Metzger Göbel: außer Klassikern wie Bratwurst auch (ganz passend) Sauerkraut mit Rippchen. Zum Runterspülen hielten Claudia Albert (Wein & Kunst Nieder-Roden) und Manuel Gries (Der Weinladen Dudenhofen) gute Tropfen bereit. Hochprozentiger war das Angebot von Jorin Karner mit seinem Seligenstädter Bembel Gin.

So werden Kürbisse noch viel schöner...

Im Zelt des Hofladens Kühnle hieß es: Kürbisse bemalen. Blaue Plastikmüllsäcke zum Überziehen schützten vor unliebsamen Farbflecken auf der Kleidung. Der Gewerbeverein selbst versorgte die Gäste an seinem Wagen mit Getränken – notgedrungen sogar mit heißem Äppler. Passendes zur Kaffeezeit kredenzte die evangelische Frauenhilfe, die den Ludwig-Erhard-Platz zum Scherz in Kaffee- und Kuchenplatz umgetauft hatte. Der Erlös aus dem Verkauf von selbst gebackenem Kuchen und Kaffee fließt dem Hospizneubau in Jügesheim zu. „Schnuppern erwünscht“ hieß es am Stand von Anett Müller aus Hainburg. Sie bot aus ihrer Deko-Werkstatt Immergrün Gestecke, Seifenketten und vielerlei Schmückendes mehr für zuhause an. Passend zum Wetter konnte man sich bei S-Fashion aus Groß-Zimmern mit Schals Mützen und Handschuhen eindecken. Ein weiterer Höhepunkt war die Prämierung der zum Fotowettbewerb  „RodgauShots 2019“ eingereichten Arbeiten. Platz eins belegte Christian Stanke, gefolgt von Bernd Schmeling und Patrick Matheis.

bp

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