SO TOLL WAR URLAUB Bei fremden Kulturen kommt auch Außergewöhnliches auf den Teller

Mit dem Rucksack nach Peru

Petra Seyffarth mit peruanischen Kollegen im Krankenhauslabor.
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Petra Seyffarth mit peruanischen Kollegen im Krankenhauslabor.

Für die Reise ihres Lebens schnürte Petra Seyffarth 1980 ihren Trekkingrucksack. Hinein kam Alles, was für die sechswöchige Tour nach Peru notwendig war. Erinnerungen an Südamerika in Form einheimischer Kunst zieren bis heute die Wohnzimmereinrichtung der Jügesheimerin.

Rodgau - Auch sie genoss in jungen Jahren sehr, frei und ungebunden durch die Welt tingeln zu können. Besonders die Unbeschwertheit der Jugend brachte die prägendsten Reiseerlebnisse mit nach Hause.

Petra Seyffarth realisierte 1980 ihre Träume von der weiten Welt. Im Herbst packte sie kurzerhand ihren Rucksack und erkundete das Andenland Peru. Nicht nur als Touristin, sondern ganz nah an den Menschen dran, als ein Teil der dortigen Arbeits- und Lebenswelt.

„Ich habe mich auch der Esskultur angepasst“, zeigt sie sich heute amüsiert über die damalige Entscheidung. Denn eines Abends kam Meerschweinchen auf den Teller. Der kleine Nager gilt in Peru als kulinarischer Genuss und ist auf vielen Speisekarten zu finden.

Unendlich viele Eindrücke strömten auf Petra Seyffarth ein, Erfahrungen, die ihr Leben prägen sollten. Die Freundlichkeit der Menschen ist ihr bis heute im Herzen geblieben.

In der Arbeitswelt dagegen folgte der Kulturschock schnell auf dem Fuß. Das Krankenhauslabor ihres Arbeitgebers war von westlichen Standards weit entfernt. Die Ausstattung erinnerte eher an eine deutsche Küche aus Großmutters Zeiten. Kranke Kinder wurden zum Essen auf den Fußboden gesetzt, damit hinterher die Bettwäsche nicht gewechselt werden musste. Die hygienischen Verhältnisse waren für die 21-Jährige vollkommen fremd: „Überall waren Fliegen im Krankenhaus.“ Labortechnisch wurde an allen Ecken gespart, das Geld war sehr knapp.

Wenn diese Eindrücke von 1980 wieder aufkommen, blickt Petra Seyffarth auf ihre damalige Lebenssituation zurück: „Als medizinisch-technische Assistentin stand ich vor einem Arbeitgeberwechsel aus meiner schleswig-holsteinischen Heimat hinein in die Weltstadt Hamburg.“

In der Hansestadt angekommen gewann sie peruanische Freunde. Von den Erzählungen aus dem Andenland inspiriert, wuchs die Sehnsucht nach Entwicklungsarbeit und der Reise ans andere Ende der Welt. „Ich wollte fremden Menschen Gutes tun und dabei ein neues Land kennenlernen.“

Von diesen Idealen motiviert, brach sie in Deutschland ihre Zelte ab. Eineinhalb Monate Südamerika lagen vor der jungen Frau.

Dort war nicht in jedem Tante-Emma-Laden Mineralwasser zu finden, und selbst die öffentliche Wasserversorgung funktionierte nicht 24 Stunden am Tag.

Als eines Tages erneut kein Wasser floss, war die Arbeit im Labor nicht möglich. So startete Petra Seyffarth mit ihrer Gastfamilie zu den historischen Ruinen von Machu Picchu. Die Inka errichteten im 15. Jahrhundert die legendäre Stadt, von der bis heute noch Besucher und Archäologen schwärmen.

Bevor es über schmale Pfade durch den Regenwald hinauf auf eine Höhe von 2 430 Meter ging, faszinierten die Thermalquellen am Fuß der alten Inka-Stadt. Der Anblick ist bis heute noch vor Petra Seyffarths geistigem Auge: „Es war das erste Mal, dass ich ein Thermalbad gesehen und genutzt habe.“ Die Vorstellung von warmem aus der Erde aufsteigendem Wasser, war ganz neu. Und das prickelnde Badewannengefühl unter freiem Himmel natürlich ebenfalls.

„Es war eine schöne Zeit“, genießt die Jügesheimerin bis heute die vielen und facettenreichen Erinnerungen an den Lebensabschnitt in Südamerika. Der Rucksack, in dem sie damals all ihre Habseligkeiten trug, ist bis heute noch ihr treuer Begleiter auf kleinen Trips durchs In- und Ausland.

Von Andreas Pulwey

Schnürte den Rucksack – und dann ging’s ab nach Peru: Petra Seyffarth.

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