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Erste Piratensitzung in neuer Halle

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Von: Michael Prochnow

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Mit rund 40 Musizierenden eröffnet die Druff Kapell unter Silke Seum die zweite Runde.
Mit rund 40 Musizierenden eröffnet die Druff Kapell unter Silke Seum die zweite Runde. © Michael Prochnow

In der Sportfabrik in Rodgau herrscht kein Fachkräftemangel! Auf „Welle 20 Elf“ schaukelt ein Narrenschiff über den Rodauwellen, zwar ohne Mannschaft auf der Brücke, aber einen Elferrat braucht die Besatzung der Sportfreunde einfach nicht. Am Samstag erreicht man den neuen Hafen der Fastnacht besser per Einbaum als mit dem Auto.

Jügesheim - Drahtesel geht auch, da gibt’s mehr Anlegestellen als für Vierrädrige. Über die wahren Probleme in Rodgau klärt der Kapitän auf, Vorsitzender Rudi Ott lotst nicht nur durchs Programm, sondern übernimmt auch das launige Logbuch, sein Protokoll ankert bei 111 Jahre Sportfreunde Rodgau. Andy Kraus schildert ein Problem: Die guten Vorsätze stehen auf schwankenden Planken! Die Diät ist dahin, wenn der Pizzabote beim Nachbarn vorfährt. Auch bei Max Eser gelte, „gut zuhören, was er sagt“, mahnt Ott. Der Rodgauer in Berlin beginnt provozierend mit „sehr geehrte Damen und Herren, liebe Dude’höfer“.

„Nach der Corona-Diktatur“ fläzt er mit einem Buch im Sessel, übt sich „nach Vorbild der CDU“, wie er sagt, in Bandwurm-Sätzen. Er amüsiert sich über die kurze Amtszeit von englischen Premierministern und mokiert sich darüber, dass in der Bundeshauptstadt 50 Prozent des Einkommens Miethaien in den Rachen geworfen werde.

Eser junior plaudert über seinen Bachelor, mit dem der Video-Experte nun „100 Euro mehr verdiene, als wenn ich nach der 11. Klasse die Schule abgebrochen hätte“. Die Wahl laute oft, Spaß haben oder Geld verdienen. Seeräuber-Opa Michel Weimer, ihr elenden Landratten – Rodgau – Ahoi! Wurde die Bibel von Karl May geschrieben? Sind alle Indianer Franzosen, die Squaws aus Niederbayern?

Marcel Rupp begrüßt seinen „roten Bruder“, der fragt, ob der T-Shirt-Träger „einer von der letzten Generation“ sei. „Nein, Papa von der Pippi, Angehöriger einer ethnischen Minderheit, Nescherkönisch!“ Hoppla, aber „Hu-Mohr darf mer noch sache!“ Und noch eine indianische Weisheit: „Kein Handwerker kommt mehr ins Haus – die Geburtenrate ist gesunken.“ Antwort des Versicherungsvertreters: „Wir können uns auch net um alles kümmern.“

Oder: Im Rathaus sei die Energiezufuhr an Bewegungsmelder gekoppelt – „deswegen ist’s da so dunkel“. Das Duo wundert es auch nicht, dass der Jahrestag der Ampel mit dem Katastrophenalarm zur Probe zusammenfiel. Hausmeister Frank Hochhaus singt im grauen Kittel und stellt „Humba-humba tätärä“ in mehreren Musikstilen vor.

Hochhaus will „in die passive Phase“ seiner Rente gehen, nächstes Jahr sitze er im Publikum. „An jedem nagt der Zahn der Zeit“, lehrt Frank Eser, „alt werden wollen viele, aber nicht alt sein“. Er fahre noch voller Elan Cabrio, er sei „in dem Alter, in dem man sich ausprobiert, was Verrücktes macht“, also Fitnessstudio-Übungen.

„Die Kokolores-Kompanie mit „Käpt’n Blaubär“ angelt in Matrosenanzügen und Regenjacke mit dem Dosenöffner Ölsardinen. „Fisherman’s Friends“ machen mit dem „fliehenden Holländer“ und einem „Funker-Mariechen“, keine Panik auf der Titanic, haben „wieder alles im Griff, auf dem sinkenden Schiff“. Rodgau-Prinz Erik und Präsident Stefan Schmitt ziehen den Hut vor dem Engagement für die neue Halle.

Auf der „größten Bühne Rodgaus“ feiert das Männersextett Disharmonie sein 20-jähriges Bestehen. A cappella jubeln sie. Dann entscheiden sie sich für ihr „allererstes Lied“ – Frack und Zylinder im Stil der Comedian Harmonists: stehende Ovationen und eine Rakete!

Mit rund 40 Musizierenden eröffnet die Druff Kapell unter Silke Seum die zweite Runde, ihr Mitsing-Repertoire reicht von „Pippi Langstrumpf“ bis „Love Is in the Air“. Die Piratengarde um Nina Seum übernimmt den Auftakt, die Golden Flames mit einer Choreografie im Polka-Takt zeigen, warum die Mädchen in der 1. Bundesliga antreten. „Tanzbar“ bringt die „goldenen 20er“ zurück, Solotänzerinnen und das Männerballett Taktlos in fastnachtbunten Kostümen runden die tolle Augenweide ab, die Freibeuter-Band und die „11 Wilden Musiker“ sorgen für den Ohrenschmaus an Deck.

Das Männerballett Taktlos zeigt Rhythmusgefühl.
Das Männerballett Taktlos zeigt Rhythmusgefühl. © Prochnow, Michael
Die Gruppe Tanzbar sorgt für Schwung.
Die Gruppe Tanzbar sorgt für Schwung. © Prochnow, Michael

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