Rodgau: JSK-Jugendtheater erfreut Zuschauer mit „Durchgeknallt“

Mit Online-Proben am Ball geblieben

Das JSK-Jugendtheater feierte die Premiere des Stückes „Durchgeknallt“. Nahezu alle Szenen und Ideen stammten von den jungen Schauspielern selbst.
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Das JSK-Jugendtheater feierte die Premiere des Stückes „Durchgeknallt“. Nahezu alle Szenen und Ideen stammten von den jungen Schauspielern selbst.

Die neu formierte Jugend-Theatergruppe des Jügesheimer Sport- und Kulturvereins (JSK) präsentierte ihre Stücke-Collage „Durchgeknallt“. In 60 Minuten zauberten die Bühnenakteure vergnügliche Zwiegespräche auf die Bühnenbretter. So amüsierte sich das Publikum über den Zwist zwischen zwei Schwestern, über pedantisches Hausfrauen-Geknottere sowie einen Nachbarschaftsstreit, der mit einer Dusche aus dem Gartenschlauch gelöst wurde.

Jügesheim - Ursprünglich war die Aufführung von „Durchgeknallt“ schon im November letzten Jahres geplant. Doch damals wurde das öffentliche Leben erneut heruntergefahren. „Das war natürlich erst mal ein ziemlicher Dämpfer“, erinnerte sich Claudia Wenhardt, die das Ensemble organisatorisch leitet. Das Virus machte allen Bemühungen einen Strich durch die Rechnung. Claudia Wenhardt: „Umso toller finde ich es, wie gut die Jugendlichen bei den Online-Proben durchgehalten haben und am Ball geblieben sind.“

In jener Zeit bewies die Theatergruppe Flexibilität. Die grauen Zellen wurden aktiviert, um die acht einzelnen Passagen den neuen hygienischen Vorschriften anzupassen. Somit war Körperkontakt während der Proben und der Aufführung passé.

Nun stand mit der Premiere der große Moment bevor. Die minimalen Kulissen waren schnell gewechselt, hinter der Bühne schlüpften die Akteure in immer neue Kostüme. So nahm die Schauspieltruppe das Publikum mit auf eine Reise in den Himmel und in die Hölle. Denn selbst dort war der deutschen Bürokratie nicht zu entgehen, und über das Seelenheil entschied ein Stapel Formulare.

Zu guter Letzt stand das Corona-Virus vor Gericht. Es wollte doch bloß erreichen, dass Menschen sich mehr Zeit füreinander nehmen. Das Urteil aus dem Saal fiel kontrovers aus. Obwohl man dem Kleinen doch gar nicht böse sein konnte, wurde es letztlich doch verurteilt.

Am Ende einer Stunde dankten die Akteure den Zuschauern für den Applaus. Regisseurin Franziska Langer zeigte sich zufrieden und hob den pädagogischen Aspekt hervor: „Wir fördern freies Sprechen und Theater ohne große Technik. Ein Mikrofon im Gesicht nimmt immer den Zauber des Stücks, wir finden es schön, es bei der Natürlichkeit zu belassen.“

Mimik und Gestik übte die künstlerische Leiterin bei den Proben ein. Die Lebendigkeit im Ausdruck wurde der Jugend mit auf den Weg gegeben. Es spielten Hanno Büttner, Emilia Eberhard, Lilly Esslinger, Nina Lilla, Annika Lippmann, Telma Müller, Georgia Nastou, Lea-Sophie Schmidt und Rebecca Wittbold.  (pul)

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