Stadtumbau in Rodgau: Plan für Dudenhofen will „wildes Parken“ durch markierte Parkstände ersetzen

Mit zwei Rädern auf dem Bürgersteig

Wie ein stummer Parkplatzwächter wirkt die Büste des Wirtschaftswunderkanzlers auf dem Ludwig-Erhard-Platz. Die Kurzzeitparkplätze mit Parkscheibe haben sich bewährt und sollen bleiben. Nach Ansicht des Gutachters sind Parkgebühren auch in Zukunft nicht notwendig.
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Wie ein stummer Parkplatzwächter wirkt die Büste des Wirtschaftswunderkanzlers auf dem Ludwig-Erhard-Platz. Die Kurzzeitparkplätze mit Parkscheibe haben sich bewährt und sollen bleiben. Nach Ansicht des Gutachters sind Parkgebühren auch in Zukunft nicht notwendig.

Mehr Sicherheit für Fußgänger und Fahrradfahrer verspricht das Parkraumkonzept für Dudenhofen, das die Stadt Rodgau in einer Online-Bürgerversammlung vorstellte. Auch für Autofahrer sind Veränderungen geplant. Das „wilde“ Parken auf Gehwegen soll der Vergangenheit angehören. Stattdessen soll es legale, eingezeichnete Parkstände geben – einige davon auch auf Gehwegen, aber nur dort, wo die Autos niemanden behindern.

Dudenhofen - Im alten Ortskern und im Wohngebiet östlich davon gibt es mehr als genug Platz zum Parken. Mitarbeiter der R+T Verkehrsplanung GmbH (Darmstadt) haben dort 1021 öffentliche Parkstände und Stellplätze gezählt. „In keinem Bereich sind 100 Prozent der Stellplätze ausgelastet“, sagte Ingenieur Dominik Königshaus in der Online-Veranstaltung. Es sei nicht notwendig, beispielsweise ein Parkhaus zu bauen: „Es sind immer rund 200 bis 300 Stellplätze frei, halt nicht immer vor dem Haus, in das man gerade möchte.“

Auch das gehört zur Wahrheit: Bei 404 der 1021 Abstellmöglichkeiten handelt es sich nur um „geduldete Stellplätze“. Dort stehen Fahrzeuge mit zwei oder vier Rädern auf dem Gehweg. Die städtische Ordnungsbehörde duldet das seit vielen Jahren.

Ortsdurchfahrt Dudenhofen: Gehwegparken dort erlauben, wo es nicht stört

Die Situation an der Nieuwpoorter Straße entziehe sich jeglicher Regelung, sagt Ingenieur Königshaus: „Da könnte man eigentlich jeden aufschreiben und keiner würde es verstehen.“ An der Ortsdurchfahrt gebe es nur sieben erlaubte Parkstände, aber bis zu 87 parkende Autos: „Viele Fahrzeuge werden komplett auf den Gehweg gestellt, um die Fahrbahn freizuhalten.“ Das gehe zulasten der Fußgänger, vor allem derjenigen mit Rollator oder Kinderwagen.

Der Verkehrsplaner schlägt vor, auf den breiten Gehwegen 24 Parkstände zu markieren. Für Fußgänger bleibt daneben noch eine Wegbreite von zwei Metern. Einige dieser Parkplätze sollen tagsüber für Kunden mit Parkscheibe reserviert sein.

Dr.-Weinholz-Straße soll Fahrradstraße mit eingezeichneten Parkständen werden

Auch die Dr.-Weinholz-Straße ist stärker zugeparkt als erlaubt. Laut Planung reicht der Platz für 43 bis 45 legale Parkplätze. Tatsächlich stehen bis zu 106 Fahrzeuge mit zwei Rädern auf dem Bürgersteig. Die Folgen: Fußgänger müssen oft hintereinander gehen und die verfügbare Fahrbahn ist nur 3,65 Meter schmal. Der Verkehrsplaner schlägt vor, nur noch auf einer Seite zu parken (dadurch wird der Fahrstreifen breiter) und eine Gehwegseite uneingeschränkt den Fußgängern zur Verfügung zu stellen. Eine weitere Anregung: Die Dr.-Weinholz-Straße soll als Fahrradstraße ausgewiesen werden, auf der der Radverkehr Vorrang genießt. Die Idee: Eine attraktive Fahrradverbindung führt Radler von der Ortsdurchfahrt weg. Das kann den Verkehrsfluss auf der Nieuwpoorter Straße verbessern. Auf der Durchgangsstraße sind täglich rund 8 000 Fahrzeuge unterwegs; die Fahrbahn ist aber zu schmal, um einen Schutzstreifen für Radfahrer vorzusehen. (Von Ekkehard Wolf)

Mehr zum Thema steht auf der städtischen Informationsseite zum „Stadtumbau zwischen Rodau und Rodgau-See“.

Gehwegparker an der Nieuwpoorter Straße lassen den Fußgängern an einigen Stellen zu wenig Platz.

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