Spilgers Sparmaxx schließt

Möbelmarkt in Nieder-Roden macht zu

Nieder-Roden - Der Möbelmarkt „Spilgers Sparmaxx“ verabschiedet sich aus Nieder-Roden. Ende Mai macht das Geschäft am Gutenbergring nach vier Jahren zu. Der Räumungsverkauf beginnt am 31. März.

„Wir bedauern den notwendigen Schritt sehr. Dieser ist aufgrund der aktuellen Situation jedoch unvermeidlich“, schreibt Bernd Spilger in einer Pressemitteilung. Er ist Geschäftsführer der Wohn-Center Spilger GmbH & Co. KG in Obernburg. Spilger begründet die Schließung mit erheblichen Bau- und Sicherheitsmängeln, die der Gebäudeeigentümer nicht abgestellt habe. Manche Mängel seien von Anfang an vorhanden gewesen: „Es wurde eher schlechter als besser.“ Diese Einschränkungen hätten letztlich dazu geführt, dass der Rodgauer Möbelmarkt nicht an den Erfolg der Filiale in Großwallstadt habe anknüpfen können.

Der Lastenaufzug sei nur für den Materialtransport, aber nicht für mitfahrende Personen zugelassen, kritisiert Bernd Spilger. Die Lagermitarbeiter müssten also die Treppe nehmen. Das hemme den Betriebsablauf. Ein zweiter Lastenaufzug sei zwar vertraglich zugesichert, aber nie gebaut worden.

Durch das Flachdach trete Regenwasser ins Erdgeschoss ein, kritisiert der Möbelhändler weiter. Die Heizung sei so veraltet, dass Mitarbeiter und Kunden im Winter stellenweise dicke Jacken tragen mussten. Zudem habe der Vermieter den Vertrag für die Brandmeldeanlage gekündigt; die Firma Spilger habe den Brandschutz selbst in die Hand nehmen müssen.

Der Eigentümer der Immobilie will die Vorwürfe nicht unwidersprochen stehen lassen. Serif Güneri (Weiterstadt) hatte das Gebäude im Oktober nach der Insolvenz des früheren Eigentümers erworben. „Wir haben 130.000 bei der Bank für einen neuen Aufzug hinterlegt“, sagt Güneri. Der neue Lastenaufzug sei jedoch nur sinnvoll, wenn es eine Perspektive über eine längere Nutzung des Gebäudes gebe. Dazu habe er mit Spilger in einem „Letter of Intent“ einen Mietvertrag über zehn Jahre vereinbart. Zum Vertragsabschluss sei es aber nicht gekommen. Stattdessen habe das Möbelhaus die Mietzahlungen gekürzt: „Nicht mal 40 Prozent der Miete kommt hier an.“ Die Mitteilung über das undichte Dach sei erst am Freitag bei seinem Anwalt eingetroffen, so Serif Güneri. Der Vertrag der Brandmeldeanlage sei im Dezember ausgelaufen; neue Angebote lägen vor, doch die Telekom brauche 20 Wochen für den DSL-Anschluss.

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Den rund 20 Mitarbeitern in Rodgau wolle er Jobs in anderen Standorten anbieten, kündigt Bernd Spilger an. Die Kunden könnten sich wegen Service und Gewährleistung jederzeit an das Stammhaus in Obernburg wenden. Im Gutenbergring 1 werden seit etwa vier Jahrzehnten Möbel verkauft. Das Einrichtungshaus Interform hatte den Standort Ende 2013 aufgegeben. (eh)

Rubriklistenbild: © dpa

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