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„Narrisch Singstunn“ feiert ihre Wiedergeburt

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Von: Michael Prochnow

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„Nach langer Pause ist vorbei nun Co-ro-naaa, und wir Laternche-Sänger sind auch wieder da.“ Zur Melodie von Wolfgang Petrys Hit „Verlieben, verloren, vergessen, verzeih’n“ feiern zwei Dutzend Aktive des Männerchors Dudenhofen im Bürgerhaus die Wiedergeburt der „Narrisch Singstunn’“. Ein voller Saal unterstreicht, dass auch viele Rodgauer, die ihre Stimme nicht im Chor erheben, nach fröhlichen Fastnachtsmomenten lechzen.

Dudenhofen - Bei Worscht, Weck und Äppelwoi die Stimmung wird famos“, jubeln die Laternche’ und sollen recht behalten. Doch die geübten Stimmen blicken auch auf das Weltgeschehen vor der Tür: „Von allen Seiten tut man Öl ins Feuer gießen, es brennt das Klima, die Ukraine, der Planet und alle streiten und den Weg, wie’s weiter geht“, klagen sie an zu Katja Ebsteins „Wunder gibt es immer wieder“. „Klima, Krieg und Inflation – Armut, Krankheit Ko-o-oruption“, besingen sie, „dabei weiß ein jeder, man muss was tun“.

Selbst die Koalitionsverhandlungen zur Berliner Ampel, die Corona-Politik des Gesundheitsministers, die Blamage der Fußballer in Katar und die Rodgauer Bürgermeisterwahl nehmen sie in „Durrehouwe“ aufs Korn. „Zu den Gewinnern ja auch Dudenhofen zählt, für Ortsverschönerung wir wurden ausgewählt“. Stolz besingen die Männer ihre viel beachtete Musical-Show im Oktober.

Bettina Klein und Stefan Gröpl führen als Asterix und Obelix durch ein vielfältiges Programm, das von Mitgliedern vieler Gastvereine dominiert wird. Garde-Tänzerinnen in allen Farben kommen von der TG Nieder-Roden und von den Sportfreunden, mit Showtanz zu Melodien der Neuen Deutschen Welle reißen die „Knallkepp“ das Publikum mit, aber auch das Männerballett der Gastgeber in urkomischen Schlumpf-Kostümen mit Trainerin Sandra Dauth.

Mit Büttenreden beteiligen sich Collin Murmann aus Eppertshausen, Diana Riedl aus Rodenbach als „dicke Lola“ in Paris sowie Bettina Hartmann und Anja Werner vom Kreppelkaffee Nieder-Roden als „Magreda und Sannsche“, die sich in internationale Restaurants verirrt haben. Der Dudenhöfer Kinderchor schmettert mit Dirigentin Ilka Touseh Titel von Wald Disney, die „Druffkapell“ führt mit Guggemusik in die Pause.

Noch einmal Gesang entbieten Pirkko Cremer vom gemischten Chor mit einem Sketch, die Prosecco-Kehlchen von der Heusenstammer Disharmonie bedienen sich ebenfalls beliebter Melodien. Ein schwungvoller Begleiter aller Beiträge ist das Blasorchester des Musikvereins Dudenhofen, der von Nicol Röll geführt wird.

Die „Narrisch’ Singstunn’“ entstand vor 38 Jahren im Vereinslokal Schützenhof nach der Probe aus einer Laune heraus, erzählen Sänger. Seitdem hat sie sich zu einer stattlichen Veranstaltung von Format gemausert. (Michael Prochnow)

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