Neuer Anfang mit neuer Leitung

Kitas 1 und 14 sollen zusammenarbeiten

+
Friedlich wirkt das winterliche Außengelände der Kita 14 im ehemaligen Polizeiposten Dudenhofen.

Dudenhofen - Die städtischen Kindergärten am Ludwig-Erhard-Platz („Eulennest) und im ehemaligen Polizeiposten sollen enger zusammenarbeiten. Auf die neue Leitung kommt die anspruchsvolle Aufgabe zu, ein Klima des Vertrauens und des Miteinanders zu schaffen. Von Ekkehard Wolf

„Alles ist möglich in einem sozialen Gefüge“, steht als Leitsatz über dem pädagogischen Konzept. Das ist positiv gemeint: Gemeinsames Leben und Erleben bietet Chancen, die Persönlichkeit des Kindes zu entwickeln. Die Kehrseite zeigte sich im vergangenen Jahr: Wenn das soziale Gefüge bröckelt, kann auch viel schiefgehen.
Erzieherinnen und Eltern haben turbulente Zeiten hinter sich. Zeitweise herrschte ein Klima der Anschuldigungen und des Misstrauens. Das bekamen auch die Kinder zu spüren, wie Eltern aus der Kita 14 (im ehemaligen Polizeiposten) in einem offenen Brief schreiben: „Aus den vertrauten Ansprechpersonen wurden Fremde und der Gang zur Kita ein Graus, der teilweise nur noch unter Tränen gemacht wurde.“ Die Autoren des Briefs führen dies auf häufigen Personalwechsel zurück. Sie äußern die Sorge, dieses „Desaster“ könne sich wiederholen.

Nach Gesprächen mit allen Beteiligten spricht die Stadt von Problemen im Leitungsteam. Es gebe an der Leitungsspitze immer wieder solche Konstellationen, wo es im Miteinander ein bisschen schwierig sei, deutet Erster Stadtrat Michael Schüßler an.

Die beiden Kindergärten mitten in Dudenhofen sind ein Sonderfall: Sie befinden sich in verschiedenen Gebäuden, sollen aber nach dem Wunsch der Stadt eine Einheit sein. Das bietet sich aus Sicht des Trägers an, denn die kleinen Kitas (40 und 45 Kinder) sind nur 160 Meter voneinander entfernt. Was liegt näher als eine Zusammenarbeit, bei der man einander auch aushelfen kann?

Diese Gemeinsamkeit zu organisieren, gehörte zu den Aufgaben der Kita-Leiterin und ihrer Stellvertreterin. Das sei „offensichtlich schiefgegangen“, bedauert Sozialdezernent Schüßler. Andreas Martin vom Elternbeirat der Kita 14 bestätigt: „Die Einrichtung wurde wie zwei getrennte Häuser geführt.“

Von ihrer Geschichte her könnten die Kindergärten kaum unterschiedlicher sein. Das „Eulennest“ (Kita 1) am Ludwig-Erhard-Platz ist mehr als 110 Jahre alt; die heutige Kita 14 entstand 2014 als Notlösung nach einem Brand auf der Baustelle des Familienzentrums Jügesheim. Ins Erdgeschoss des ehemaligen Polizeipostens zogen zunächst zwei Kleinkindergruppen, aber nur für ein Jahr. Ein weiterer Umbau bereitete die Räume für Drei- bis Sechsjährige vor. Da die Räume recht klein sind, hat jede der beiden Gruppen nur 20 Kinder.

Bilder

Eltern aus der Kita 14 berichten von eklatanter Personalnot im ersten Halbjahr 2017. Oft seien die Kinder aus beiden Häusern in der Kita „Eulennest“ untergebracht worden: „Pädagogische Arbeit war nicht möglich, die Kita wurde zur reinen Aufbewahrungsanstalt.“

„Wir waren zu jedem Zeitpunkt in diesen Einrichtungen gemäß Betriebserlaubnis besetzt“, entgegnet Sozialdezernent Michael Schüßler. In jeder städtischen Kindertagesstätte werde 15 Prozent mehr Personal als vorgeschrieben beschäftigt. Zwar habe es Personalwechsel und auch mal eine vakante Stelle gegeben – aber bei mehr als 200 Erzieherinnen in ganz Rodgau seien nie mehr als vier, fünf Stellen frei.

Die Leitung der Doppel-Kita 1 und 14 ist derzeit kommissarisch besetzt. Am Montag entscheidet der Magistrat über die Einstellung einer neuen Leitung. Sie kommt nicht aus Rodgau und ist von den Konflikten unbelastet.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare