Kommunalwahl am 14. März: CDU schreibt sich auch den Klimaschutz auf die Fahne

Rodgau: Neues muss sich mit Altem vertragen

Wo einst ein kleines Häuschen stand, entsteht an der Albert-Schweitzer-Straße in Jügesheim derzeit ein Mehrfamilienhaus für wohl elf Parteien und eine Tiefgarage. Die Bauvorschriften lassen dies dort zu. Die CDU wünscht sich eine Regulierung der Nachverdichtung.
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Rodgau: Wo einst ein kleines Häuschen stand, entsteht an der Albert-Schweitzer-Straße in Jügesheim derzeit ein Mehrfamilienhaus für wohl elf Parteien und eine Tiefgarage. Die Bauvorschriften lassen dies dort zu. Die CDU wünscht sich eine Regulierung der Nachverdichtung.

Mit neuem Schwung die Heimat gestalten: Das hat sich die CDU Rodgau unter dem Motto „Wir alle. Für Rodgau.“ in ihrem Wahlprogramm vorgenommen. Vorsitzender Lars Neumann moderierte die Videokonferenz, in der die Spitzenkandidaten die Positionen vorstellten.

Rodgau - Eine große Rolle spielt für die CDU Rodgau etwa der Klimaschutz. Heiko Lautenschläger räumte auf mit dem „Vorurteil, dass die Schwarzen mit dem Umweltschutz nichts am Hut haben.“ Die Partei setze auf Freiwilligkeit und Vernunft, will alle Beteiligten einbinden. Es sei übrigens kein Widerspruch, dass sich die CDU trotz des Klimaschutzaspektes für den Ausbau der Rodgau-Ringstraße stark mache.

In der Stadtentwicklung wünscht sich die Union Augenmaß und keine „übermäßige“ Nachverdichtung in den Ortskernen, wie Dr. Babara Unger-Lamprecht erläuterte. Neue Quartiere müssten sich mit Bestehendem vertragen. So etwa in Rodgau-West. Dort sollten Gebäude nicht höher als zweieinhalb Geschosse sein. Der Anteil von Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäusern könnte etwa 50 Prozent betragen, maximal zehn Prozent geförderte Wohnungen seien akzeptabel.

Nachhaltig, aber mit Augenmaß ist das Motto der Verkehrspolitik, in der Vieles berücksichtigt werden soll. Ergänzungen im ÖPNV durch abrufbare Systeme wie den Hopper der Kreisverkehrsgesellschaft oder der Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur sowie alternativer Treibstoffe sind dabei ebenso angedacht wie die Vorfahrt für Fußgänger und Fahrräder in innerstädtischen Gebieten. Auch ein konsequentes Durchfahrverbot für den Schwerlastverkehr in den Stadtteilen und ein Parkraumkonzept sind gewünscht.

Das Thema Bildung sei von besonderer Bedeutung, meint Stadtverordnetenvorsteherin Anette Schweikart-Paul. Denn damit werde über gesellschaftliche Teilhabe entschieden. Verlässliche Kinderbetreuung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie für beide Elternteile, eine offene betreute Ganztagsschule und ein Schulwegekonzept wären aus Sicht der Christdemokraten wünschenswert. Ehrenamtliches Engagement und die Vereinsarbeit sollen weiter gefördert werden.

In Sachen Digitalisierung sei noch Einiges zu tun, meint Lautenschläger. Er denkt dabei insbesondere an den Lückenschluss bei der Breitbandversorgung und den Ausbau der Leistungsfähigkeit sowie einer Offensive in der Stadtverwaltung, damit viele weitere Dienstleistungen online möglich werden. Das werde den Alltag erleichtern.

Barrierefreie Zugänge in allen öffentlich Gebäuden und die Unterstützung bei Praxisgründungen sollen die Ansiedlung von Ärzten fördern, um letztlich das Zusammenleben aller Generationen zu ermöglichen.

Weil nur solide Finanzen autonomes Handeln gewährleisten, will man den Haushalt beständig konsolidieren. Der Dialog mit dem Bürger, aber auch mit Gewerbevereinen, Industrie, Handwerk und Dienstleistern soll ausgebaut werden.

Die abgeschafften Ortsbeiräte möchte man wieder einführen und mit erweiterten Kompetenzen ausstatten. Fraktionsvorsitzender Clemens Jäger erläutert: „Die haben eine wichtige Funktion erfüllt, aber unter Bedeutungslosigkeit gelitten. Sie sollen jetzt mehr Verantwortung übernehmen und mit einem Budget für ortsteilbezogene Projekte ausgestattet werden.“   (Simone Weil)

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