Drei Rodgau-16-plus-Absolventen starten Ausbildung bei Henkel KG

Nicht auf einen Beruf festlegen

Von links: Aileen Petrtszin, Leon Draxler, Jonas Häckel, Geschäftsführer Peter Henkel, Ausbildungsleiter Thomas Hofferberth.
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Die Jugendlichen starten am 1. September bei der Firma Henkel ins Berufsleben. Sie werden zu Werkzeugmechanikern mit der Fachrichtung Stanztechnik ausgebildet (von links): Aileen Petrtszin, Leon Draxler, Jonas Häckel, Geschäftsführer Peter Henkel, Ausbildungsleiter Thomas Hofferberth. Um zu demonstrieren, wie nah man am Thema und den Unternehmen sei, wurde die wöchentliche Pressekonferenz der Stadt zu Henkel nach Weiskirchen verlegt.

Von dieser Zusammenarbeit haben alle etwas: Über das städtische Bildungsprojekt Rodgau 16 plus sind drei Jugendliche beim Weiskircher Unternehmen Henkel Feinmechanik KG gelandet, die dort am 1. September mit ihrer Ausbildung zum Werkzeugmechaniker beginnen.

Weiskirchen – Thomas Hofferberth, seit 21 Jahren Ausbildungsleiter des Betriebs, hat gute Erfahrungen mit den jungen Leuten gemacht, die über das Qualifizierungsprojekt zu Henkel gestoßen sind. Denn der Übergang von der Schule ins Berufsleben ist gar nicht so ohne. Das findet auch Jonas Häckel, einer der drei angehenden Auszubildenden. Noch früher als für den Schulbeginn um 7.40 Uhr aufzustehen, nämlich um 7 Uhr anzufangen und acht Stunden zu arbeiten, das sei eine große Umstellung, erzählt der 17-Jährige.

„Man hat sich aufs Leben vorbereitet“, meint Leon Draxler. Denn nicht nur die klassischen Arbeitstugenden wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit haben die Jugendlichen dank Rodgau 16 plus trainiert. Sie haben auch unter fachlicher Anleitung in verschiedene handwerkliche Berufe geschnuppert und sich in Praktika ausprobiert. Deswegen findet Thomas Hofferberth: „Das ist ein toller Effekt, wenn ich auf junge Menschen zurückgreifen kann, die wissen, wie gearbeitet wird.“

Ursprünglich hatten alle drei Teenager andere Berufswünsche im Kopf: Mechatroniker, Chemikant oder Erzieherin wollten sie zunächst werden. Die Qualifizierung half ihnen schließlich bei der Neuorientierung, als sich ihre ersten Ideen zerschlugen. Deswegen ist sich das Trio einig: bloß nicht zu schnell auf einen Beruf festlegen. Diese Erfahrung geben sie auch anderen jungen Leuten als Ratschlag mit auf den Weg.

Weil die Aufstiegschancen im 135 Mitarbeiter zählenden Unternehmen gut sind, sei es möglich, dass sie vielleicht mal seine Position als Ausbildungsleiter übernehmen, sagte Hofferberth zu den Jugendlichen. Er selbst habe vor 33 Jahren ähnlich angefangen, erzählte der Henkel-Mitarbeiter. Im Übrigen würden in der Regel alle Auszubildenden übernommen.

Der Rodgauer Betrieb wurde 1945 von Friedrich Henkel gegründet. In der Garage sei er entstanden, wie Peter Henkel, Geschäftsführer und Enkel des Gründers, erzählt. Der mittelständische Betrieb setzt gerne auch auf die Bildungsmesse Rodgau, um sich dort zu präsentieren und Auszubildende zu gewinnen.

Erster Stadtrat Michael Schüßler sagte: „Jeder, der hier einen Arbeitsplatz findet, kann sich vielleicht sogar mit dem Fahrrad auf den Weg zur Arbeit machen.“ Die Zeitersparnis bringe vor allem Lebensqualität.

Bürgermeister Jürgen Hoffmann beschrieb das Problem: „Viele Schüler wissen nicht, was sie werden wollen, wenn sie abgehen.“ Das Qualifizierungsprojekt könne ihnen beim Orientieren und Entscheiden helfen.

Seit zehn Jahren werden junge Leute im Projekt Rodgau 16 plus fit gemacht für das Berufsleben. Ein Netzwerk aus Schulen, Betrieben, Arbeitsagentur und der Berufswegebegleitung hilft dabei, junge Menschen aufzufangen, wenn ihre ersten Bemühungen auf dem Arbeitsmarkt vielleicht nicht so erfolgreich waren. Sie werden auch beim Bewerben unterstützt und sozialpädagogisch begleitet. Etwa 100 Jugendliche haben auf diese Weise bereits Ausbildungsplätze gefunden. (siw)

Infos im Internet

rodgau.de

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