Nicola Walde im Velomobil

Rekordjagd: In 24 Stunden mehr als 1219 Kilometer

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„#WeBelieve“ lautet das Motto des Weltrekordversuchs. Unterstützer im Gespräch (von links): Bobpilot André Lange, Rennfahrer Joachim Winkelhock und Uwe Deller, Leiter der Opel-Abteilung Technik-Kommunikation.

Dudenhofen - Einen Weltrekord auf drei Rädern will Nicola Walde im Opel-Testcenter Dudenhofen aufstellen: Auf einem vollverkleideten Velomobil will die Athletin mit reiner Muskelkraft über 1219 Kilometer in 24 Stunden fahren. Sie startet an diesem Samstag um 10 Uhr. Von Simone Weil 

Die 44-jährige Sportlerin will in Rodgau einen Weltrekord aufstellen. Mit dem Liegerad wird die gebürtige Hamburgerin einen Tag und eine Nacht lang unermüdlich ihre Runden ziehen. Sie hat vor, den Weltrekord für Frauen (1012 Kilometer) und für Männer (1219 Kilometer) zu brechen. Im Jahr 2015 hat sie den 12-Stunden-Weltrekord aufgestellt bei den „Human Powered Vehicles“. Nun peilt die Triathletin erneut einen Weltrekord an. Diesmal mit dem etwa 14 Kilogramm schweren Liegerad, das ihr Lebensgefährte Daniel Fenn entwickelt hat: Das Gefährt ist 257 Zentimeter lang, 64 Zentimeter breit und 88 Zentimeter hoch. Die zierliche Frau selbst ist 1,50 Meter groß und 45 Kilo schwer.

„#WeBelieve“ lautet das Motto des Weltrekordversuchs. Unterstützer im Gespräch (von links): Bobpilot André Lange, Rennfahrer Joachim Winkelhock und Uwe Deller, Leiter der Opel-Abteilung Technik-Kommunikation.

Ganz glücklich ist die Extremsportlerin darüber, dass sie die 4,8 Kilometer lange Hochgeschwindigkeitsrundbahn von Opel nutzen darf. Das Projekt kam bei dem Automobilhersteller gut an. Immerhin gebe es bei dem Autobauer auch eine Tradition im Radsport, erinnert Johan Willems, Vize-Präsident Kommunikation. In den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts war Opel der größte Fahrradhersteller der Welt. „Nici“ Walde ist jedenfalls begeistert, dass sie die Unterstützung von Opel hat: Sie nutzt nicht nur die Teststrecke, sie erfährt auch durch die Hilfe der Kommunikationsabteilung die geballte Aufmerksamkeit der Medien: Presse, Funk und Fernsehen sind bei der Vorstellung des Projekts anwesend und löchern die Athletin.

Bereitwillig erzählt Nici Walde, dass vor allem Flüssigkeit (etwa acht Liter) und Nahrung mit an Bord sind. Während der ersten 15 Stunden wird sie radeln und so viel wie möglich essen: Kartoffelsalat und Thunfisch. Unverzichtbar aber findet die Athletin Vollkornbrötchen mit Butter und Nutella. Vor allem während der vielen Stunden auf der Teststrecke wird ihr das Medieninteresse guttun, glaubt Walde. Anderenorts habe sie bei ähnlichen Projekten schon gedacht „Ich bin ganz allein auf diesem Planeten.“

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Angepeilt sind eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 51 Stundenkilometer und eine Leistung von 96 Watt. Die 44-Jährige rechnet damit, dass sie nach etwa 15 Stunden wenigstens einmal aussteigen wird. Die Unterbrechung koste extrem viel Kraft und Energie. Deswegen lautet die Devise: je weniger, desto besser. Pipipausen sind eh gestrichen. Die Sportlerin trägt Windeln. „Das ist zwar nicht schön, geht aber nicht anders“, gibt sich die Rekordjägerin pragmatisch.

Wie sie zu diesem Projekt gekommen ist? Weil ihr der Kollege abhandengekommen war, mit dem sie regelmäßig zur Arbeit radelt, reagierte sie auf eine Annonce: „Suche Frau für 24-Stunden-Weltrekord“. Sie meldete sich und lernte den bayerischen Velomobil-Entwickler Daniel Fenn kennen. Der war ihr als „durchgeknallter Extremsportler“ beschrieben worden. Es funkte zwischen den beiden und er zog kurze Zeit später bei ihr ein. Walde ist übrigens auch Profimusikerin: Sie spielt Fagott in diversen Orchestern. Seit einiger Zeit schreibt sie auch Bücher.

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