Alte Fahrradwege auch ohne Schilder erlaubt

Kontrolle an der Frankfurter Straße irritiert Radfahrer

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An mehreren Straßen der Gartenstadt gibt es Fahrradspuren, die sich durch die Pflasterung von den Fußwegen unterscheiden. Dort ist das Radfahren nach wie vor erlaubt. Dieses besonders aufwendig gepflasterte Beispiel befindet sich an der Ecke Wiesbadener Straße / Krümmlingsweg.

Nieder-Roden - Auf den ehemaligen Fahrradspuren der Bürgersteige an der Frankfurter Straße ist das Radfahren weiterhin erlaubt. Dies betont die Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung.

Fahrradfahrer müssen Radwege nutzen, die mit blauen Verkehrszeichen markiert sind. Das gilt auch für kombinierte Geh- und Radwege, wie die drei Beispiele links zeigen. Keine Benutzungspflicht gilt jedoch für Gehwege mit dem Zusatzschild „Radfahrer frei“.

Eine Leserin aus Nieder-Roden hatte am Dienstag beobachtet, wie ein Ordnungspolizist Fahrradfahrer am Netto-Markt mit brüsken Worten auf die Straße scheuchte: „Sie haben hier nichts zu suchen, Sie müssen alle auf die Straße.“ An dieser Stelle sei der Weg zu eng zum Fahrradfahren. Er kündigte weitere Kontrollen an. Zunächst werde er die Radler mündlich verwarnen. Später werde ein Verwarnungsgeld von 20 Euro fällig, im Wiederholungsfall 40 Euro.
Nach Darstellung der Stadtverwaltung handelt es sich um ein Missverständnis. Es sei nur darum gegangen, die Fahrradfahrer aufzuklären, sagt die städtische Pressesprecherin Sabine Hooke. Die Rechtsprechung sei eindeutig: Als Fahrradfahrer dürfe man davon ausgehen, dass die unterschiedliche Pflasterung eine eigene Fahrradspur kennzeichne. Allerdings bestehe dort auch die Pflicht, im Schritttempo zu fahren.

Beim Bau der Nieder-Röder Gartenstadt in den 70er-Jahren waren viele geteilte Geh- und Radwege angelegt worden. Vor Jahren montierte die Stadt die Radwegschilder ab, weil die Fahrradspuren durch geänderte Vorschriften über Nacht zu schmal geworden waren. Die Mindestbreite solcher Wege beträgt nun 2,50 Meter, bei hohem Fahrradaufkommen auch mehr.

Kaufberatung für E-Bikes

„Solange es baulich getrennt ist, ist es ein Radweg“, betont Stefan Janke, der Landesvorsitzende des Fahrradclubs ADFC. Das wissen aber nicht alle Fußgänger und offenbar auch nicht alle Behördenvertreter. Im Sommer letzten Jahres hielten zwei Polizeibeamte Radfahrer beim Netto-Markt an, weil sie die alte Fahrradspur benutzt hatten. (eh)

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