Flugshow überm Baggersee

Modellflieger schätzen die lange „Landebahn“ in Nieder-Roden

Nieder-Roden: Flugshow überm Baggersee - Bastler zeigen ihre Modelle
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Perfekte Landungen waren bei optimalem Wetter quasi garantiert. 

Der Badesse in Nieder-Roden diente am Wochenende als Start- und Landebahn für nachgebaute Wasserflugzeuge.

Nieder-Roden – Das sah perfekt aus: Der orangefarbene „H2O-Racher“ rauscht mit affenartiger Geschwindigkeit heran, sein Pilot dirigiert ihn Meter für Meter nach unten, und dann setzen die Schwimmer mit nur ein paar Spritzern auf dem Wasser auf.

Der Dietzenbacher Modellbauclub hatte seinen siebten Flugtag wieder nach Rodgau verlegt. „Hier gibt"s den einzigen See, der groß genug ist“, erläutert Vorstandsmitglied Stephan Langhammer. 100 Meter muss die „Piste“ für die dicksten Brummer mindestens lang sein – hier ist"s ein Vielfaches. Mit einem solchen Pfund können nur wenige Vereine wuchern. Die guten Bedingungen haben sich bis nach Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und ins Saarland rumgesprochen. Manche Piloten nehmen fürs freie Fliegen ohne Wertungsstress etliche Kilometer Anfahrt in Kauf.

Nieder-Roden: Flugshow überm Baggersee - Modelle wiegen bis zu 20 Kilo

Die größten Modelle haben dreieinhalb Meter Spannweite und wiegen bis zu 20 Kilo. Gestern Mittag flog die Klasse darunter über den Baggersee. Modellbauer unterscheiden zwei Kategorien: Die sogenannten Phantasie-Flieger haben kein reales Vorbild. 

Reger Flugbetrieb herrschte gestern Mittag über dem Badesee. 

Die mausgraue Maschine mit dem Propeller oben auf der Tragfläche dagegen hob als Original erstmals am 6. November 1922 ab. Der „Dornier Wal“ schrieb Luftfahrtgeschichte. Keine andere Konstruktion hat die Flugbootentwicklung in den 1920er Jahren so geprägt wie dieses weltberühmte Wasserflugzeug. Es hatte eine Reichweite von 800 Kilometern.

Flugshow in Nieder-Roden: Bastler zeigen ihre Modelle 

Der „Wal“, der gestern über dem Badesee kreiste, war kein gekauftes Baukasten-Modell, sondern ein Eigenbau, erläuterte Stephan Langkammer und nahm potenziellen Interessenten aber gleich die Angst: „Man muss definitiv kein versierter Bastler sein, um bei uns mitfliegen zu können.“ Der Dietzenbacher Verein hat rund 140 Mitglieder. Knapp ein Drittel davon schickt seine Modelle in den Himmel.

Von Michael Löw

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