Frankfurter Musikbunker

Lautstärke ist kein Problem: Proberäume im Frankfurter Musikbunker

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Born Meißner (links) und Stefan Maag vermarkten den Bunker als Proberäume. 

Musiker brauchen Proberäume. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Doch die Möglichkeiten zu üben, ohne jemanden zu stören, sind rar gesät. Ein alter Bunker scheint die Lösung des Problems zu sein. 

Nieder-Roden - Das dachte sich jedenfalls der Nieder-Röder Born Meißner als ein Hochbunker an der Frankfurter Hadrianstraße zum Verkauf stand. Während einer Besichtigung im Sommer 2018 lernte der Angestellte, der selbst in zwei Bands spielt, den Immobilieninvestor Stefan Maag kennen. Dessen Grundbesitz GmbH & Co. Verwaltungs-KG ist auf der Offenbacher Hafeninsel angesiedelt.

Der Geschäftsmann ist fasziniert von der massiven Bauweise des Betonklotzes. So sind die Bunkermauern 1,10 Meter dick: „Ich mag die Ungetüme und möchte, dass sie erhalten bleiben“, sagt Maag. Eine knappe Million Euro wird er in den ehemaligen Schutzraum in Heddernheim investieren. Die früher einmal 1300 Menschen fassende Notunterkunft wird in Proberäume und Aufnahmestudios verwandelt. Maag: „Wie so oft im künstlerischem Bereich, spielt hier die maximale Rendite des investierten Kapitals die untergeordnete Rolle. Da sind keine großen Gewinne zu erwarten.“

Mit der musiktechnischen Ausstattung, Verwaltung und Vermietung hat Maag den Festivalveranstalter Born Meißner beauftragt. „Proberäume sind Mangelware“, weiß Meißner. Der Schlagzeuger hat selbst lange vernünftige Flächen gesucht.

Von außen soll der Bunker an der Hadrianstraße bleiben wie er ist. 

Etwa 1000 Quadratmeter Fläche auf vier Etagen können von den Musikern genutzt werden. Dazu kommen noch die Flure, Treppenhäuser, Toiletten, Technikräumen. Maag: „Im Dachgeschoss hätten wir noch eine Ausbaureserve von zirka 350 Quadratmetern nutzbarer Fläche.“ Die Deckenhöhe des Walmdaches betrage dort bis zu 5,60 Metern, sodass in der zweiten Ausbaustufe ein außergewöhnlicher Raum entstehen könne. Außerdem denkt der Bunkerbesitzer über eine Fotovoltaikanlage zur Unterstützung der Stromversorgung nach.

Die Baugenehmigung hat der Unternehmer inzwischen erteilt bekommen. Allerdings gibt es hohe Auflagen zur Energieeffizienz und zum Schallschutz. Auf jeder Etage werden sanitären Anlagen sowie Elektrik erneuert und der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht. Spätestens im Sommer soll der Umbau abgeschlossen sein.

Die Räume werden zum Teil zusammengelegt. Dadurch entstehen Probenräume ab 20 Quadratmeter Fläche. „Neben zehn komplett ausgestatteten Übungsräumen, die sich mehrere Bands teilen, wird es auch modernste Aufnahmestudios geben“, erklärt Meißner. Die restlichen Räume werden exklusiv zur Alleinnutzung an Musikgruppen vermietet.

Instrumente, Verstärker und Mischpult bleiben in den angemieteten Räumen. Dann muss auch niemand mit dem Auto kommen. „Ich wünsche mir, dass die Musiker die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen“, hofft Stefan Maag auch mit Blick auf die Anwohner. Die U-Bahn-Haltestelle Römerstadt liegt nämlich direkt gegenüber.

Infos im Internet:

progressiverecords.eu

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