Problemfall Bürgertreff

Platz neben Kirche wirkt vernachlässigt

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Abfälle und herausgebrochene Pflastersteine prägen den Anblick des Bürgertreffs. Das steinerne Rad wurde umgekippt.

Nieder-Roden - Der Zustand des kleinen Platzes neben der katholischen Kirche St. Matthias ist der ehemaligen Stadtverordneten Hannelore Wrede ein Dorn im Auge. Sie ärgert sich über Glasscherben sowie Becher und Dosen auf der Wiese.

Rund um eine der beiden Sitzbänke liegen hunderte achtlos ausgespuckter Sonnenblumenkerne. Außerdem sind offensichtlich Mülltouristen unterwegs, die ihren Abfallsack einfach neben dem Papierkorb deponierten.

Zudem haben Halbstarke ihre Kräfte an den steinernen Rädern ausprobiert und sie von ihrem Sockel geschubst. Steine sind aus der Bodenpflasterung gebrochen und liegen auf dem Weg.

Pfarrer Dr. Peter Eckstein räumt ein, dass die Gemeinde „nicht ganz glücklich ist“ mit der aktuellen Situation. Eine vor seiner Zuständigkeit getroffene Vereinbarung mit der Stadt besagte, dass das Gelände als eine Art Bürgertreff für die Allgemeinheit zugänglich sei und im Gegenzug von der Stadt gereinigt werde. Im vergangenen Jahr sei es dort aber zu unschönen Aktionen gekommen, die die Nachbarschaft in helle Aufregung versetzt hätten. Unter anderem sei ein Teppich verbrannt worden. Beschwerden über Dreck, Glasscherben und Lärm seien mehrfach geäußert worden.

Deswegen hatte der Verwaltungsrat der Gemeinde vor, den Platz zu schließen und einzuzäunen, ihn eventuell der Kindertagsstätte Turmstraße als zusätzliche Freifläche anzubieten.

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Der Vertrag mit der Stadt sei inzwischen ausgelaufen, erläuterte Eckstein. In einem sehr offenen Gespräch hätten Bürgermeister Jürgen Hoffmann und er nach einer Lösung gesucht. Denn der frühere Bürgertreff funktioniere dort nicht mehr. Die Fläche wird aber immer noch einmal pro Woche sauber gemacht und die Mülleimer werden geleert.

Zuletzt hatten sich Pfarrer und Bürgermeister darauf verständigt, das Gespräch mit den neuen Nutzern des Platzes zu suchen. Doch im Moment stelle sich die Situation völlig anders dar, erzählt der Pfarrer. Der Platz sei weniger stark frequentiert. Wo sich früher abends viele Personen aufhielten, sei es nun vergleichsweise ruhig. Es biete sich momentan also nicht an, jemand anzusprechen, um das Problem zu lösen, erklärte Pfarrer Eckstein ein wenig ratlos: „Wir hängen ein bisschen in der Luft.“ (siw)

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