Ess-Blüten und Badeperlen

Schulgarten-AG belebt Gelände an der Heinrich-Böll-Schule

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Die Arbeit im Grünen macht den Schülern um Stefanie Czwalinna Spaß.

Rund um den Schulgarten gibt es immer etwas zu tun: Jetzt im Frühjahr ziehen die 14 Schülerinnen und Schüler der Arbeitsgruppe Pflanzen in kleinen Töpfchen vor.

Nieder-Roden – Diese setzen sie nach draußen um, sobald die zarten Triebe kräftig genug sind und nicht mehr erfrieren können.

In der Zwischenzeit werkeln die Kinder an den Behausungen für die Fledermäuse und bringen Vogelfutter mit Fett in Form, damit Piepmätze sich bedienen können. Unter der Leitung von Stefanie Czwallinna, der Sprecherin des Fachbereichs Polytechnik, bessern die Schüler aus dem 5. und 8. Jahrgang außerdem Schäden aus, die während der kalten Jahreszeit entstanden sind. Wenn mal nichts anderes zu tun sein sollte, können die Teilnehmer der Schulgarten-AG immer noch Tee trinken: Frisch geerntete Pfefferminze steht bei den Schülern nämlich hoch im Kurs.

Alles, was der kleine Garten an der Heinrich-Böll-Schule (HBS) in Nieder-Roden hergibt, kann verzehrt werden. Frische Kräuter und Salat verarbeiten die Kinder und Jugendlichen in weiteren Arbeitsgruppen wie etwa beim Catering, beim Kochen oder bei den Gerichten, die in der Cafeteria serviert werden. Selbst die Blumen, die im Sommer blühen, sind essbar und zieren Buffets. Außerdem hat Initiatorin Stefanie Czwalinna darauf geachtet, dass viele insektenfreundliche Pflanzen blühen.

Salbei, Thymian, Rosmarin, Bärlauch, Lorbeer: Haben die Schüler diese Pflanzen vorher gekannt? „Nein“, geben sie unumwunden zu. „Aber jetzt macht das Spaß“, gestehen sie und freuen sich über die Abwechslung in ihrem Stundenplan. „Man kann halt super abschalten, wenn man hier im Garten arbeitet“, finden Jamie (11) und sein Freund Lucas (12).

Selbst gebastelte Insektenhotels, Vogelhäuschen und die Fledermaus-Behausungen: Der Garten, der vor etwa vier Jahren an den Start ging, bietet allerlei Beschäftigungsmöglichkeiten. Doch von der ersten abgetrennten Fläche auf dem Schulhof bis zu dem Gabionenhochbeet, mit Wellblech ummantelten Hochbeeten und der Wegepflasterung für den Kräutergarten war es ein weiter Weg.

Lange hat Stefanie Czwalinna dafür Sponsoren gesucht: Inzwischen hat der Garten wohl zwischen 4000 und 5000 Euro gekostet, schätzt die Pädagogin. Doch es haben auch viele etwas davon: Zum Beispiel laden die Beerensträucher viele Wochen lang zum Naschen ein und im Winter werden sogar selbst gemachte Lavendelbadeperlen als Weihnachtspräsente hergestellt.

Was sich so abwechslungsreich und nett anhört, macht aber auch richtig viel Arbeit: „Vor allem im vergangenen Sommer, der so heiß war, musste ständig gegossen werden“, erinnert sich Stefanie Czwalinna. Die Polytechniklehrerin schaut selbst am Wochenende hin und wieder auf dem Gelände nach dem Rechten. „Das ist bei solch einem Großprojekt einfach so“, meint sie.

Vor allem aber lernen die Heinrich-Böll-Schüler eine Menge. Und es ergeben sich viele Anknüpfungspunkte. So bringt Kollegin Katharina Hofmann vom Fachbereich MINT (die Unterrichtsfächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) demnächst wieder ihre Bienen mit: Die bestäuben die Pflanzen. Außerdem beobachten die Schüler gerne das Herumwuseln der Tiere rund um den Stock.

Von Simone Weil

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