Stiftung sammelt für Nicaragua

Spenden für das Mädchen-Waisenhaus „Casa Nieder-Roden“

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Das Foto entstand beim Besuch von Bruder Jimi Huayta (Mitte) in Nieder-Roden. Er leitet das Jungen-Waisenhaus in Granada/Nicaragua. Von links: Pfarrer Dr. Peter Eckstein, Rita Saager, (stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsbeirats), Jimi Huayta, Monika Heberer, (Vorsitzende des Stiftungsbeirats) und Bernd Jäger (Vorstand der Familie Jäger Stiftung)

Nieder-Roden - Heute jährt sich der Weihetag von Pfarrer Dr. Peter Eckstein zum 25. Mal. Der Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Matthias wird sein Silbernes Priesterjubiläum offiziell zwar erst Anfang September – an seinem Geburtstag – feiern. Von Bernhard Pelka

Wofür er aber aus diesem Anlass um Spenden statt um Geschenke bittet, steht schon heute fest: für ein Waisenhaus in Nicaragua. Der Nieder-Röder Pfarrer Dr. Peter Eckstein engagiert sich für ein segensreiches Projekt. Zu seinem Silbernen Priesterjubiläum bittet er um Spenden statt um Geschenke für ein Hilfsprojekt in Granada/Nicaragua. Dr. Eckstein möchte den Bau eines Mädchenhauses unterstützen. Es soll den Namen der Pfarrei tragen: „Casa San Matías Nieder-Roden“.

Die Einrichtung für Straßenkinder wird unter dem Schutz des Patronatsheiligen der Gemeinde, des Apostels Matthias, stehen und 30 Mädchen beherbergen. Vor Ort besteht bereits ein Haus für Jungen. Das Vorhaben Dr. Ecksteins kommt zu einem Zeitpunkt, da die Region in Nicaragua im Bürgerkrieg und sozialer Not versinkt. Ausgangspunkt für das neue Haus ist ein Waisenprojekt der in Nieder-Roden ansässigen „Familie Jäger Stiftung zur Förderung von Waisenkindern in Lateinamerika – Mopani“. „Mopani“ steht für „Montero para niños“. Das heißt übersetzt: „Jäger pro Kinder“.

Die Familie Jäger Stiftung wurde 2007 gegründet und hat seither ihren Sitz in Nieder-Roden. Stiftungszweck ist die Bildung und die christliche Erziehung verarmter Waisen in Lateinamerika. Getreu dem Motto „Bildung ist der beste Weg aus der Armut“ soll Kindern und Jugendlichen, die andernfalls keine Chance auf einen Schulbesuch hätten, Hilfe zur Selbsthilfe gewährt werden.

Finanziell gefördert werden aktuell fünf Bildungsprojekte mit 150 Kindern in El Salvador (zwei Projekte) und in Nicaragua (drei Projekte). Seit Stiftungsgründung wurden mehr als 220 Bildungsstipendien vergeben. Die Stipendienhöhe beträgt 50 bis 80 US-Dollar pro Monat. Damit werden Schulbesuch (Schulgeld, Bücher, Fahrtkosten), Ernährung, Bekleidung, Übernachtung, medizinische Versorgung und psychologische Betreuung finanziert. Alle Stipendiat(inn)en sind Waisen ohne familiäre Unterstützung. Pro Jahr sind für alle Projekte zusammen etwa 85.000 Euro nötig.

Bilder: Sommersonntag in Nieder-Roden

Alle Helfer – auch die Projektpartner vor Ort – arbeiten im Ehrenamt. Die Projektpartner stammen aus dem Umfeld der Kirche. Die Kosten für Verwaltung und Werbung liegen dauerhaft unter drei Prozent der Einnahmen und werden vollständig vom Stifter Bernd Jäger übernommen. Bedeutet: 100 Prozent der Spendengelder kommen direkt den Kindern zugute.

Jäger lebt schon seit 1988 in Bayern, derzeit in München. Geboren ist er in Nieder-Roden als eines von vier Kindern. Seine inzwischen verstorbenen Eltern Cäcilia und Emil betrieben mehr als 40 Jahre im Wohnhaus Feldstraße 2 (später Schweriner Straße 2) einen bekannten Textilfachhandel. Der Diplomkaufmann arbeitet für die Allianz. Die Stiftung ist sein „Hobby“, wie er sagt.

Die Stadt Granada/Nicaragua wurde 1524 vom spanischen Eroberer Hernandez gegründet und gilt als älteste europäische Siedlung auf dem gesamten amerikanischen Festland. Heute leben etwa 100.000 Menschen in Granada. Entgegen der Behauptung der Regierung existiert kein staatliches Bildungssystem, das allen zugänglich ist.

Zahlreiche Kinder leben auf der Straße und haben keine Chance auf einen Schulbesuch. Entsprechend sind über 40 Prozent der jungen Erwachsenen Analphabeten. Projektpartner für das dort bereits bestehende Jungenhaus ist der Missionsorden Hermanos de la Caridad (Brüder der Mildtätigkeit), der in Granada das Heim des Sonnenaufgangs betreibt. Das Heim ist Rückzugsort für verarmte Jungen, an dem sie geschützt vor Gewalt und Armut eine Ausbildung absolvieren. Die Familie Jäger Stiftung finanziert dies mittels Stipendien. Derzeit erhalten 30 Jungen ein Stipendium.

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Es handelt sich um Halb-, Voll- oder Sozialwaisen, die teils langere Zeit als Straßenkinder lebten und Drogen (Klebstoffschnüffeln) konsumiert haben. Die Jungen waren bei ihrer Aufnahme extrem verwahrlost und verroht. Ziel der Projektarbeit ist es, sie dauerhaft von der Straße fernzuhalten, um ihnen nach erfolgreichem Drogenentzug einen Schulbesuch und danach eine Berufsausbildung zu ermöglichen.

Die Brüder der Mildtätigkeit sind den Jungen eine Ersatzfamilie. Die professionelle Drogentherapie und die Bildungssequenzen werden begleitet von Gebet, Gesang, Sport und einfacher Gartenarbeit. Mittelfristiges Ziel ist es jetzt, mit Spenden die Kapazität der Einrichtung um Plätze für 30 verwaiste Madchen aufzustocken. Dafür sammelt Pfarrer Eckstein.

Spendenkonto: Familie Jäger Stiftung. IBAN: DE89 7009 0500 0004 2586 81, Sparda-Bank München eG, Verwendungszweck: „Casa Nieder-Roden“.

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