Zufallsfund in der Eisenbahn

Schöne Bescherung für einen Modellbauer aus Nieder-Roden

Josef Wade entdeckte in einer gebrauchten Eisenbahn in einer Art Geheimfach eine zweite Bahn im Kleinformat Spur N. Hier zeigt er zwei der sieben Loks. Fotos: pelka
+
Josef Wade entdeckte in einer gebrauchten Eisenbahn in einer Art Geheimfach eine zweite Bahn im Kleinformat Spur N. Hier zeigt er zwei der sieben Loks. 

Modellbauer Josef Wade aus Nieder-Roden hat einen überraschenden Fund gemacht. 

Nieder-Roden - Es ist zwar kein klassischer Scheunenfund aber der Nieder-Röder Modelleisenbahnbauer Josef Wade hat nach dem Kauf einer gebrauchten Bahn unterhalb der Aufbauten dieser Bahn in einer Art Geheimfach eine tolle Entdeckung gemacht: Es verbarg sich dort eine komplette weitere Eisenbahn im Winzlingsformat Spur N.

Ein Missgeschick bescherte den glücklichen Fund. „Als ich die gebrauchte Eisenbahn nach dem Aufbau das erste Mal in Betrieb genommen habe, fuhr die Lok auf einmal nicht mehr. Sie steckte unter einem Berg fest.“ Als Josef Wade an der Seite der Bahn eine Klappe mit Magnetverschluss öffnete, um nach dem Rechten zu sehen, war die Überraschung groß: Eine alte Zigarrenkiste und eine kleine Pappkartonschachtel blockierten die Weiterfahrt der Lok. Vorsichtig zog der 57-Jährige die mysteriösen Päckchen zwischen Schienen und Kabeln hervor und öffnete sie. Darin befanden sich sieben Loks und zahlreiche Schienen in Spur N – eine zweite, komplette Bahn!

„Die Teile müssen aus den 70er Jahren sein, so robust wie sie sind. Alles ist noch aus Metall“, lobt der Hobbybastler die Qualität der Fundstücke. Aus ihnen hat Wade inzwischen ein Oval zusammengebaut.

Unter den Aufbauten, hinter der auf unserem Foto geöffneten Klappe, lag der schöne Fund verborgen.

Die Bahn, in deren Untergeschoss sich die zweite Bahn befand, stammt aus dem Nachlass eines Schlüchterner Modellbahnbauers. Der Mann hatte sie binnen 14 Jahren sorgsam aufgebaut. Die Angehörigen boten sie im Internet zum Kauf an. Dabei war von der zweiten Bahn keine Rede. Die Fleischmann HO, Epoche 3, war mit dem Maßen von 1,85 auf 3,40 Meter wie geschaffen für die Platzverhältnisse in Josef Wades Keller. Mit seinem Schwager holte er das gute Stück aus drei Modulen nach Nieder-Roden. Dort gab es dann die schöne Bescherung.

Seit 2015 ist Josef Wade Mitglied in der Rodgauer Modellbahn Connection. Sein Schwager hatte ihn zuvor zum Besuch einer Modellbahnausstellung ermuntert. Seither engagiert sich der gelernte Feintäschner in dem Jügesheimer Club. Dort baut er unter Anleitung Module für die große Vereinsbahn. Eins der Module zeigt eine Fabrik mit Tanklager und Unternehmervilla. Aktuell wird an etwas Rustikalem gebastelt: an einem Schrottplatz.

Von Bernhard Pelka

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare