Altersschwäche und Pilzbefall

Pappeln werden bald zu Kleinholz

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Ihre Tage sind gezählt: Die Pappeln an der Egerstraße stehen als Nächstes auf der Liste der Baumfäller.

Rodgau – Zehn Pappeln müssen weg. Das hat die jährliche Baumkontrolle im Auftrag der Stadt Rodgau ergeben. Betroffen sind unter anderem fünf mächtige Bäume an der Egerstraße. Von Ekehard Wolf

Sie gehören zu den letzten einer langen Pappelreihe entlang der Rodau, die sich einst durchs ganze Stadtgebiet zog. Die Fällung gehört zu einer Reihe dringender Baumpflegearbeiten, die die Stadtverwaltung in Auftrag gegeben hat. Am Dienstag war die Fachfirma unter anderem im Lutherpark in Dudenhofen zugange, gestern an der Mühlstraße. Die Mitarbeiter setzen Maßnahmen um, die ein Baumsachverständigenbüro angeordnet hat.

Die großen Pappeln an der Egerstraße haben demnach ihr biologisches Alter erreicht. Außerdem sind sie von Pilzen befallen, die ihr Holz zersetzen. „Dadurch ist die Standsicherheit nicht mehr gegeben“, wie die Stadt berichtet: Die Bäume müssen gefällt werden, bevor sie von selbst umstürzen und möglicherweise schlimme Schäden anrichten.

Auch der lange, heiße Sommer des vergangenen Jahres hat seine Spuren hinterlassen. Viele Bäume haben so gelitten, dass sie stark geschädigt oder sogar abgestorben sind und ebenfalls gefällt werden müssen.

Ersatzpflanzungen an geeigneten Standorten

Für die gefällten Bäume werden Ersatzpflanzungen an geeigneten Standorten vorgenommen. Bei der Auswahl der Baumarten wird nicht nur der Standort, sondern auch der Klimawandel berücksichtigt.

Vor 30 Jahren standen noch rund 600 Pappeln am Ufer der Rodau – eine Baumreihe, die sich durch das ganz Stadtgebiet zog. Die Bäume waren nach dem Zweiten Weltkrieg gepflanzt worden, um möglichst schnell viel Holz zu erzeugen. Pappeln wachsen schnell, haben aber nur eine begrenzte Lebensdauer.

Von der einstigen Pappelreihe sind nur noch wenige Exemplare übrig, unter anderem an der Egerstraße, am Ende der Mühlstraße und in Dudenhofen.

Bereits 1982 lieferten sich die Stadtverordneten kontroverse Diskussionen über den Erhalt oder die Beseitigung der Pappeln, wie aus dem Jahrbuch der Stadt Rodgau hervorgeht. Vier Jahre später gab der Magistrat ein Baumgutachten in Auftrag. Jeder der rund 600 Bäume wurde auf seinen „Gesundheitszustand“ untersucht. Das Gutachten kostete 30 780 Deutsche Mark.

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Die ersten 37 Pappeln wurden im Herbst 1990 gefällt, weil sie nicht mehr standfest waren. 71 weitere Bäume folgten im Jahr darauf. Als Ersatz wurden unter anderem Erlen gepflanzt. Und so ging es weiter: mal 50, mal 70 Bäume. Die letzte große Fällaktion begann 2012: innerhalb von drei Jahren wurden etwa 250 Pappeln abgeholzt, die ersten am Feldweg zwischen der Rodgau-Ringstraße und dem Wohngebiet Forschheimer See.

Ein groß angelegtes Aufforstungsprogramm soll mehr Grün in die Stadt bringen. Über fünf Jahre hinweg sollen insgesamt 500 zusätzliche Bäume in der bebauten Ortslage gepflanzt werden. Der Stadtverordnetenbeschluss stammt vom September 2016. Allein in diesem Jahr stehen 650 000 Euro dafür bereit. Die nächsten Bäume werden zur Pflanzzeit im Herbst gesetzt.

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