Stadt Rodgau zieht nach einjährigem Test insgesamt positive Bilanz

Parksituation geordnet

Großzügige Parkbuchten wurden markiert.
+
Großzügige Parkbuchten wurden markiert.

Der einjährige Verkehrsversuch an der Dudenhöfer Straße ist beendet und die Stadt Rodgau zieht ein insgesamt positives Resümee. Die Erfahrungen sollen über den Stadtteil hinaus wirken, und in die Verkehrsplanung einbezogen werden, kündigte Erster Stadtrat Michael Schüßler an.

Jügesheim – Ein Teil der Regelungen solle dauerhaft gelten und die erfassten Zahlen flössen in jedem Fall in das Mobilitätskonzept ein, sagte der Ordnungsdezernent bei der Vorstellung der Auswertung. Der Verkehrsversuch mit seinen Veränderungen an der Dudenhöfer Straße wird eine Vorbildfunktion für andere Gebiete haben: Weitere Aktionen auf den Hauptverkehrsstraßen sind vorgesehen. Derzeit werde das Parken auf der Ludwigstraße überplant, sagte Schüßler.

Auch dort gilt bereits eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern. Der Blick geht zudem auch auf die Hauptverkehrsstraßen in den anderen Stadtteilen. In Dudenhofen ist die Verkehrsplanung auf der Niewpoorter Straße bereits Bestandteil des Stadtumbau-Projektes und für die Ober-Rodener-Straße in Nieder-Roden sollen ebenfalls neue Regelungen folgen.

Vor und während des Verkehrsversuchs zählten Mitarbeiter die Fahrzeuge und beobachteten die Geschwindigkeit und auch das Parkverhalten, um damit eine belastbare Basis für eine Auswertung zu schaffen. Ausgangspunkt der Untersuchung war das verbotswidrige Parken auf dem westlichen Gehweg der Dudenhöfer Straße. Denn viele Autofahrer hatten den Bürgersteig einfach als Parkplatz okkupiert. Dadurch kam es immer wieder zu erheblichen Behinderungen von Fußgängern. Diese mussten teilweise auf die viel befahrene Straße ausweichen.

Deshalb markierte man zunächst 22 großzügig angelegte Parkflächen auf der Fahrbahn und verbot das Parken auf dem Gehweg. Dadurch wurde der Raum für die Fahrzeuge auf der Straße enger und im Begegnungsverkehr war noch mehr Achtsamkeit gefordert. Damit sich die Fahrzeugführer auf entgegenkommende Verkehrsteilnehmer situationsangemessen einstellen können, wurde die Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 Stundenkilometer reduziert.

Regelmäßige Kontrollen durch die Ordnungsbehörde zeigten, dass sich die Parksituation inzwischen geordnet darstellt. Die betroffenen Gehwege sind frei und bieten damit den Fußgängern, Menschen mit Gehhilfen oder auch Eltern mit Kinderwagen einen angemessenen Bewegungs- und auch Schutzraum.

Die neue Parksituation in der Dudenhöfer Straße wird durchgehend als positiv bewertet. Es scheint, als würden vermehrt private Stellplätze genutzt. Der Verkehrsversuch hat auch gezeigt, dass die Einrichtung eines zeitbegrenzten Parkens vor der ansässigen Metzgerei und anderen Gewerbebetriebe dienlich ist.

Eine entsprechende verkehrliche Anordnung wird derzeit geprüft. Tatsächlich ist es so, dass sich fast alle Fahrzeugführer vor dem Verkehrsversuch an die Maximalgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern gehalten haben. Das hatten die Kontrollmessungen ergeben. Etwas anders sah es nach der Einführung der 30 Stundenkilometern aus. Die gefahrene Geschwindigkeit bewegte sich bei unterschiedlichen Messungen mit zwischen 17 und 34 Prozent in einer Zone, in der zu sanktionieren wäre. Das bedeutet, sie lag höher als 39 Stundenkilometer.

„Faktisch hat sich also an den gefahrenen Geschwindigkeiten nicht viel geändert, ob nun die Schilder 50 oder 30 km/h vorgeben. Das ist kein befriedigendes Ergebnis und daran müssen wir arbeiten“, erläuterte Erster Stadtrat Michael Schüßler. Die Tempoverringerung diene ja hauptsächlich einer Erhöhung der Sicherheit im laufenden Verkehr.

Schlussendlich wurde bei dem Versuch auch geprüft, ob sich der Verkehr in die Nebenstraßen verlagert hat. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf der Babenhäuser Straße. Die Fahrzeugbewegungen dort wurden in diversen Zeiträumen erfasst. Eine Mehrbelastung des fließenden Verkehrs in der Babenhäuser Straße aufgrund der veränderten Verkehrssituation in der Dudenhöfer Straße ergab sich nicht. (siw)

Trotz Geschwindigkeitsreduzierung hat sich am gefahrenen Tempo wenig geändert.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare