Rodgau-Ringstraße wird nicht weitergebaut

Parlament beerdigt auch den Durchstich

Es werden im Haushalt 2021 keine Gelder bereitgestellt für die Planung und Realisierung eines Weiterbaus der Rodgau-Ringstraße Richtung A 3. Dasselbe gilt für den von Anwohnern der Wilhelm-Leuschner-Straße seit gut 15 Jahren geforderten Durchstich der Südtrasse zur Anschlussstelle der B 45  am Wasserturm. Im Parlament scheiterte die CDU mit einem entsprechenden Änderungsantrag. Die Union wollte für das Projekt 100 000 Euro.

Rodgau - CDU-Fraktionsmitglied Vanessa Koller hatte im Parlament für die Idee geworben. Die Stadt werde weiter wachsen. Dazu gehöre eine „zukunftsfähige Verkehrsplanung“. Und das funktioniere nur mit dem Weiterbau der Ringstraße und dem Durchstich. Das in einer Sondersitzung im vergangenen Herbst vorgelegte Verkehrsgutachten bestätige diese Annahme. „Täglich 1 600 Fahrzeuge weniger auf der Weiskircher Hauptstraße sprechen eine deutliche Sprache“, argumentierte Koller.

Unterstützung bekam sie von der Fraktion von „Zusammen mit Bürgern“. Fraktionsvorsitzender Hans Pickert ermunterte die Stadtverordneten: „Lassen Sie uns nach vorne schauen und eine Voruntersuchung machen.“ Die Rathausmehrheit aus SPD, Grünen, FDP und Rodgauer Liste folgte dem nicht und lehnte den Antrag ab.

Im Oktober hatten die Verkehrsplaner der Wiesbadener Heinz + Feier GmbH ihr 2016 in Auftrag gegebenes Verkehrsgutachten im Rathaus vorgestellt. Die Experten gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2030 in den Neubaugebieten für Wohnen und Gewerbe zusätzliche 8 720 Bewohner leben und 1 330 neue Arbeitsplätze entstanden sein werden. Der Weiterbau der Rodgau-Ringstraße ab Hainhausen durchs Feld bis zur Autobahn würde demnach die Hauptstraße in Weiskirchen im Jahr 2030 um 1600 Autofahrten binnen 24 Stunden entlasten, die Udenhoutstraße Richtung Selgros um 1150 und die Südtrasse Hainhausen um 1250.

Untersucht hatten die Planer auch Auswirkungen, die ein Weiterbau der Südtrasse in Hainhausen durch die Rodau-Aue bis zu B 45 haben würde.

Dieser Durchstich würde die Wilhelm-Leuschner-Straße in 24 Stunden um 9900 Fahrzeugbewegungen entlasten und die Alfred-Delp-Straße sogar um 10 400. Allerdings würde zeitgleich der Westen von Hainhausen mehr belastet als bisher, weil auf dem neuen Durchstich mit 13 550 Autofahrten gerechnet wird. Und die müssen ja irgendwie dahin kommen. Heute werden an der Einmündung Rodgau-Ringstraße/Südtrasse 7 450 Fahrten gezählt.  (bp)

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